The never ending Interview
Interview ohne Ende
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(aktualisiert am 14-04-2012)
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"Da stehen immer die gleichen Sachen drin." - "Gibt es nix Neues ?" - "Du liest doch inzwischen ein anderes Buch ..." - "Ach nö, mich würde noch was anderes interessieren ..." - "Die Seite ist die langweiligste. Da müsste man mehr Pep reinbringen ..." - "Also, wenn ich Reporter wäre ..." Der letzte Satz brachte das Ganze ins Rollen. Was würdest du denn tun, so als Fragesteller ? "Na ja. Ich würde mir alle Fragen, die mir so einfallen, aufschreiben und sie dann hin und wieder stellen. Die besten Fragen fallen einem immer ein, wenn man die Antworten liest. " Ja, aber du kannst ein Interview nicht ständig von vorne anfangen. Das würde deinen Redakteur in den Wahnsinn treiben ... "Ich arbeite ja nicht für eine Zeitung, die gedruckt wird. Ich stelle meine Fragen für´s Internet, für deine Seiten. Und die änderst du ja ohnehin andauernd." Wo du Recht hast, hast du Recht. Dann lass uns mal überlegen, wie wir das umsetzen könnten. Hast du Lust ? "Au ja ..." So entstand die Idee zum Interview ohne Ende. Sie stellt mir hin und wieder Fragen, die ich ins Internet stelle. Alle neuen Fragen bekommen bei ihrer Neueinstellung eine spezielle Farbe (in unserem Falle in roter Schrift), so dass der Besucher bei seinen Klicks sofort erkennt, was es Neues gibt. Die alten Fragen bleiben im Web oder werden aktualisiert, falls sich etwas Entscheidendes ändert (z.B. welches Buch ich gerade lese ...). Und falls DU da draussen irgendwann die Rolle des Fragestellers übernehmen willst, dann melde dich. Dann wirst du hier verewigt, so wie mein aktueller Reporter. Mit Foto und allem Drum und Dran. Ach ja, und der Reporter mit der genialen Idee ist übrigens meine Nichte Nathalie. Viel Spass beim Lesen ... Und Danke für jede weitere Anregung. |
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Musik |
A
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Wann hast du eigentlich dein ersten
Instrument bekommnen ? Kannst du dich da noch dran erinnern ?
Natürlich, denn es hat mein Leben ja völlig verändert. Nun, meine erste Gitarre war eine akustische, sie war nicht teuer, um die 40 Euro. Es war ein furchtbares Ding, ich bin mir nicht sicher, ob man das überhaupt Instrument nennen kann. Sie zu stimmen, war kaum möglich, und nach einigen Monaten war sie derart verbogen, dass ich sie zum Abschiessen von Pfeilen hätte benutzen können. Das muss Anfang der 80er gewesen sein. 1982 oder 1984 hat mein Vater - dein Grossvater - mir meine erste E-Gitarre inklusive Verstärker geschenkt. Ich werde das nie vergessen - das Set hat damals zirka 450 Euro gekostet. |
| Hast du diese Instrumente noch ?
Klar, die Gitarre hab ich noch. Warte kurz, ich hol sie (er geht ins Zimmer und kommt mit einer braunen E-Gitarre zurück). Das ist sie. |
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| Oh, ist die schön. Die hast du mir
noch nie gezeigt. Sie ist kleiner als die rote, die du besitzt ...
Du meinst die Fender Stratocaster. Ja, das stimmt. Diese hier, Marke GUMIKA, ist auch nicht unbedingt ein Qualitätsinstrument, aber ich war sehr zufrieden damit. |
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| Ich
kenne mich gar nicht aus mit Instrumenten und allem, was dazu gehört.
Was hast du so an Instrumenten ? Ich sehe natürlich Gitarren, aber auch
Klaviere und viele komische Geräte, mit denen ich nichts anzufangen
weiss.
Nun, meine Hauptgitarre ist eben diese Fender Stratocaster American Standard. Sie wurde nur tausend Mal hergestellt, so weit ich weiss, und auch nur in Deutschland verkauft. Die hab ich schon lange. Die GUMIKA-Gitarre benutze ich nicht mehr. Dann habe ich noch eine akustische Fender 12-String, die ich aber als Sechsaiter benutze. Ja, ja, ich weiss, das ist nicht gut für den Gitarrenhals, aber so ist´s halt. Das Klavier, wie du es nennst, ist ein sehr, sehr alter CRUMAR-BIT-ONE, das Ding habe ich gekauft, als "Jump" von VAN HALEN auf den Markt kam. Ich wollte mich schon öfter von dem alten Keyboard trennen, aber Kenner haben mich davor gewarnt, es zu verkaufen. Das zweite Keyboard ist ein reines MIDI-Gerät, mit dem ich direkt in den PC spielen kann. Ich werde nicht in die Details gehen, die sind nur für Profis interessant, denke ich. Was noch ? Schlagzeug nehme ich mit einem alten Roland R8 auf, ich kenne das Gerät einfach sehr gut und arbeite schon lange damit, auch wenn seine Sounds heute vielleicht nicht mehr zeitgemäss sind. Dann gibt es noch eine neuere Errungenschaft, das GR20-Gerät. Ein Superding. Vorne Gitarre rein, hinten jedes beliebige Instrument raus - nun ja, fast jedes. Um es benutzen zu können, habe ich die Fender schweren Herzens etwas umbauen müssen, da es mit einen speziellen Pick up arbeitet. Wir haben damit das Klavier von "A better Word for Love" aufgenommen. Geil, nicht ? Inzwischen ist auch eine neue OVATION-Gitarre dazu gekommen. Eigentlich ein Geschenk meiner Freunde zum Geburtstag... |
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(Roland R8) |
Du hast in vielen Bands gespielt.
Kannst du eine kurze Bilanz ziehen ? Was war gut, was war schlecht in
den verschiedenen Phasen ?
Bei ANGLESEY habe ich viel gelernt und eigentlich die Basis für die späteren Projekte geschaffen. Auch wenn die Musik, die wir gemacht haben, mir nicht sonderlich gefallen hat. Die Zeit als Duo HARD-TO-HANDLE war toll, weil wir näher am Publikum waren, mit den Akustiksets und so. Alles war minimalistisch und musste trotzdem perfekt sein. Es war verspielt, aber ernst. Die zweite HTH-Phase hat mir weniger gefallen. Wir haben viele Konzerte gespielt, die wenig besucht waren. In der Band haben andere versucht, das Ruder zu übernehmen. Aber HTH war unsere Band, die von Steve und mir. Das hat mich gestört. Ich wollte wieder die Kontrolle über meine Musik und habe dann eben die Solo-CD gemacht. Die dritte Generation HTH war einfach genial. Es hat Spass gemacht mit diesen Musikern zu arbeiten, weil jeder sein Instrument beherrscht hat und praktisch alle kreativ waren und ihren Teil zum Gesamtkonzept beigetragen haben. Und bei LAPISLAZULI habe ich schlussendlich mein eignes Spiegelbild kennen gelernt und arbeite mit ihm zusammen - mit Roland.
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(CRUMAR BIT ONE)
(ROLAND GR 20)
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Du redest nicht von Sunkissed ...
Und ich habe noch Fotos gesehen, die dich in einer Band zeigen, die SIGN
OF LIFE hiess. Und es gab auch eine Vorgeschichte von ANGLESEY. Diese
Band gab es auch zweimal, so ähnlich wie die HTH-Story.
SUNKISSED haben ja nie wirklich existiert. Und trotzdem habe ich viel in dieser Zeit gelernt, zum Beispiel, wie man sich als Möchtegern-Musiker NICHT benehmen oder welche Dinge man in Interviews NICHT sagen sollte. Selbst wenn alles nur Fiktion war. Das Ganze war ja nur Theater. Und ja, es gab eine erste Version von ANGLESEY, die jedoch zum Scheitern verdammt war. Manche beherrschten ihre Instrumente nicht, oder wollten als Komponisten an Songs beteiligt werden, die nicht sie, sondern ich geschrieben habe. Die Arrangements haben wir zusammen gemacht, aber das sind halt zwei verschiedene Paar Schuhe. Und bei SIGN OF LIFE habe ich einfach nur gemerkt, dass ich mit meiner Stimme gegen die lauten Gitarren keine Chance hatte und auch nicht für diese Band bestimmt war. Ich habe mich nicht wohl gefühlt, auch wenn wir ein paar tolle Songs zusammen gemacht haben, von denen ich leider heute keine einzige Aufnahme mehr habe. |
| Hast du noch Kontakt zu den Kumpels
von damals ? Sind die musikalisch noch aktiv ?
Manche von ihnen haben gar nichts mehr mit Musik zu tun, andere sind noch sehr aktiv. Viele haben mittlerweile eine Familie gegründet und deswegen ihr Instrument an den Nagel gehängt. Die alten SUNKISSED-Kumpels sehe ich hin und wieder, den Jungs aus der ersten ANGLESEY-Ära habe ich zwar eine CD mit den damaligen Songs zur Erinnerung geschickt, aber mehr nicht. Wir haben eigentlich nichts mehr gemeinsam. Paul und Claude aus der SIGN OF LIFE Phase sind noch recht aktiv, aber wir sehen uns selten, weil jeder seinen eignen Weg geht. |
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| Hast du es eigentlich nie bereut, so
viel Zeit mit der Musik vertan zu haben ? Du hast ja nie Zeit für eine
eigne Familie gehabt ...
Ich habe mich bewusst für die Musik entschieden. Ich habe zwar nichts erreicht, aber ich habe meine Träume verwirklicht, was ich mit einer Familie im Schlepptau nie hätte machen können. Aber manchmal fühle ich mich schon einsam, so ohne Kinder und das ganze Drumherum. Aber dann packe ich die Gitarre und jamme den Frust aus mir raus, und das Positive daran ist ja, dass dabei auch noch oft ein paar tolle neue Songs entstehen. |
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| Und dann entstehen traurige Texte
...
Nein, nicht zwangsläufig. Aber der Text von "Waiting" ist in einer solchen Phase entstanden. |
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| Das heisst aber schon, dass deine
Texte oft mit Dingen zu tun haben, die du erlebt hast oder empfindest
...
Ja. Ich denke, das sind dann auch die besten Texte, weil man weiss, wovon man redet. Du befindest dich gerade in dieser blöden Situation, dass es dir Scheisse geht und schreibst auf, was dir durch den Kopf geht. Ehrlicher kann ein Text nicht werden. |
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| Ich nehme jetzt mal eines deiner
Textbücher und mache ein paar Stichproben. Mach ein paar Bemerkungen
dazu. Bereit ?
Oh Gott, muss das sein .... |
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| Yep ! Mmmmmh ... "Falling in
Love", "Over Mountains, over Seas" und - natürlich
"Comfort". Alles LAPISLAZULI ...
(Lacht) Na gut, also "Falling in Love" habe ich geschrieben, als wieder mal eine Beziehung zusammenbrach und ich mir schwor, mich nie wieder auf etwas ähnliches einzulassen. "Over Mountains ..." ist einfach nur ein Song über die Umwelt, eigentlich ziemlich kitschig und klischeehaft. "Comfort" ....tja .... Damals habe ich einmal einen kleinen Jungen aus meinem Bekanntenkreis getröstet. Ich weiss nicht mehr, worum es ging, aber ich habe all das, was ich ihm damals gesagt habe, in den Text des Songs gepackt. |
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| HARD-TO-HANDLE, dritte
Generation. "Dust", "Love´s a tender way to hate"
und ... oh ja, "Midland of the torn". Den Text habe ich
nämlich gar nicht verstanden ....
"Dust" beschreibt die Gedanken, die einem zum Tode verurteilten Gefangenen durch den Kopf gehen. Ich habe mich in eine solche Situation versetzt, auch wenn das wohl nur möglich ist, wenn du wirklich in der Todeszelle sitzt. "Love´s a tender way ..." ist - tata ! - auch entstanden, als ich wieder mal Ärger mit einer Frau hatte. Liebe kann so schnell in Hass umschlagen. Wenn du jemanden wirklich fertig machen willst, dann liebe ihn abgöttig und verlass ihn später. Liebe ist einfach nur unberechenbar. "Midland ..." ist ein Text, den ich in einer gewissen Wut geschrieben habe. Wir halten uns alle für wichtig und so unheimlich clever, tun alles für uns selbst und gehen über Leichen, wenn es sein muss. Die Menschheit ist einfach nur eine ganz grosse Mistmischung aus Egoismus, Geldgeilheit und Sex. Wir horchen, wir spähen, wir denunzieren, wir töten ... |
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| Schreibst du zuerst den Text und
dann die Melodie, oder umgekehrt ?
Nein, ich habe immer zuerst die Melodie. Den Text schreibe ich, wenn das Arrangement komplett steht und ich weiss, wieviele Strophen ich brauche, wie oft ich den Refrain singen möchte und wo und ob ein Solo im Song vorkommt. Es gibt viele Musiker, die anders arbeiten, ich kann das nicht. |
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| Und warum auf Englisch ?
Ganz einfach, weil ich die französische Sprache nicht mag und sie auch nicht beherrsche. Deutsch ist mir nicht international genug und stolpert beim Reimen. Luxemburgisch ist überhaupt keine gute Sprache für Lyrik. Bleibt Englisch, und die Sprache ist toll, weil sie so oft zweideutig sein kann, ohne dass die meisten Zuhörer es bemerken. Man kann so schöne Schweinereien schreiben, die Jugendlichen hören sich es an und finden es cool. Wenn das die Papis wüssten ... |
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| Gibt es schweinische Texte von dir ?
Oh ja. "Invitation to a dance" oder "Treat me bad". Ich werde dich aber nicht dazu ermutigen, weiter zu graben. Nächste Frage. |
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| Hahaha. Gut. Wie entsteht ein Lied
eigentlich ? Ich meine, woher nimmst du die Ideen für die Melodie ? Wie
schreibt man eigentlich einen Song ?
Oh, die Ideen habe ich meist zufällig. Ich summe was vor mich hin, oft belangloses Zeug. Beim Putzen, oder beim Spazierengehen. Wenn mir die Melodie gefällt, versuche ich, sie auszubauen. Der nächste Schritt ist dann, dass ich mir die Akkorde dazu auf der Gitarre suche, oder auf dem Keyboard. Die meisten Sachen entstehen aber eigentlich beim Jammen. Ich spiele auf dem Instrument herum, bis ich etwas finde, das interessant klingt . Dann mach ich provisorische Aufnahmen davon, baue sie aus, komponiere ein Schlagzeug dazu usw. Eins führt zum anderen. Wenn die Idee mir einige Tage später noch gefällt, kommt sie in die engere Auswahl. Ist das nicht der Fall, verschwindet das Ding in meinen Archiven. |
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| Apropos Archive. Du hast hier zwei
Ordner voll mit Texten. Hast du viele geschrieben ? Was passiert mit dem
noch unveröffentlichten Zeug ? Wird man das irgendwann zu hören
kriegen ?
Ich habe wohl mehrere Hundert Texte geschrieben bis heute. Die meisten davon, also sagen wir mal achtzig Prozent, habe ich nie verwendet und befinden sich in diesen Ordnern. Sie werden wohl nie Verwendung finden, und das ist gut so, weil sie einfach nur schlecht sind. Sie sind von der Art, über die ich mich immer wieder aufrege, wenn ich luxemburgische Bands im Radio höre. Ich habe mir halt Zeit gelassen und hatte dadurch das Glück, keinen Scheiss zu veröffentlichen. Ein Text muss auch nach einer Woche, einem Monat, einem Jahr noch gut sein. Und falls das nicht zutrifft, sollte man ihn vergessen. Nun, in diesen Ordnern befinden sich viele, "vergessene" Lyrics. |
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| Wie lange brauchst du für das
Schreiben eines Textes ?
Eine Viertelstunde, eine Stunde, eine Woche. Für "Hello Max", einen Text aus den 80ern, habe ich ein Jahr gebraucht, bis ich einigermassen zufrieden war. Für "Comfort" habe ich zwanzig Minuten gebraucht. Wenn ich in der richtigen Stimmung bin und sofort die richtigen Worte finde, kann es sehr schnell gehen. |
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| Wenn du Texte hast, die du nie
benutzt hast, gibt es wohl auch Kompositionen, die du nie verwendet
hast, oder ?
Richtig, das eine ist mit dem anderen eng verbunden, denn für jeden Text habe ich ja auch eine Melodie. Aber im Gegensatz zu den Texten grabe ich manchmal alte Kompositionen wieder aus, weil mir die Melodie einfach gut gefällt und schreibe dann neue Lyrics dazu. So habe ich z.B. aus einem alten Song mit dem Titel "Gotta Rock" den Song "Highway" für HARD-TO-HANDLE gemacht. |
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| Ist der alte Text von "Gotta
Rock" in einem dieser Ordner ?
Ja ... |
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| Kann ich den mal sehen ?
Nein ... |
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| War er SO schlecht ?
Yep ... |
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| Hast du auch schon fremde Texte
gesungen ?
Ja, leider. In der ANGLESEY-Zeit musste ich die Texte unseres Bassisten singen, und ich mochte sie nicht (sorry Rick). Heute weigere ich mich, fremde Texte zu singen. Die Komposition muss nicht von mir sein, aber der Text. Ich singe nichts, hinter dem ich nicht stehen kann. Und ich hasse Texte, die in schlechtem Englisch geschrieben und einfach nur grottenschlecht sind. Ich halte meine Texte nicht für das Nonplusultra, aber ich kann zumindest sagen : ja, ich singe Scheisse, und die Scheisse ist von mir, hahaha. |
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| Für die neue CD von LAPISLAZULI
hast du zwei alte Songs von dir neu eingespielt. Warum tut man so was
als Musiker ? Gehen dir die Ideen aus, greifst du deswegen auf alte
Sachen zurück ?
Wow, das war aber ein Schlag unter die Gürtellinie. Nein, ich tue so was nicht, weil mir die Ideen ausgehen. Oft hat man Songs, mit denen man einfach nicht zufrieden ist, so wie es bei "The Heart ruled your Mind" der Fall ist. Zwar war das Arrangement des Songs, der ja schon auf meiner Solo-CD zu hören war, nicht schlecht, doch wurde das Lied leider Gottes nie im Radio gespielt, was ich schade finde, denn das Ding ist cool. Und zusammen mit Roland daran zu arbeiten, das ist immer spannend, weil dann immer wieder etwas völlig Neues, noch Besseres dabei rauskommt. Ich denke, viele Musiker machen das - weil sie glauben, es noch besser machen zu können. "Baby Darlene" ist alt, wurde aber nie veröffentlicht, genau so verhält es sich mit "Confessions to my Diary". Den Text von letzterem habe ich bestimmt schon dutzende Male geändert, inzwischen habe ich sogar den Refrain ausgewechselt. Du siehst, wenn ich also einen alten Schinken ausgrabe, dann nicht, weil ich ideenlos bin, sondern - ganz im Gegenteil - weil mir neue Facetten dazu eingefallen sind, die dazu führen, dass ich dann der Meinung bin, dass es sich lohnt, den Song neu anzugehen. |
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| Und ich durfte ja wieder mal als
Modell mitmachen ....
Ja, auch das finde ich cool. Ich finde es toll, Menschen in meine Arbeit einzubinden, die ich mag oder die zur Familie gehören. Es hat was, findest du nicht ? In ein paar Jahren kannst du deinen Kindern vielleicht davon berichten. Und ausserdem bist du fotogen. Warum sollte ich also ein teures Modell bezahlen, wenn du das genau so gut machen kannst ? Ich bin ein geiziger Mensch ... Das stimmt nicht, haha. Doch ich bin geschmeichelt ... Lass das .... |
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Gibt es etwas in deiner
musikalischen Laufbahn, das du bereust ?
Nein, absolut gar nichts. Es gab Niederlagen und tolle Momente, ich habe meinen Weg nie bereut. Jede Band, in der ich gespielt habe, war die Mühe wert. Von jedem Musiker, der mir in der Vergangenheit begegnet ist, habe ich gelernt. Es gibt zwar viel Neid, aber Neid ist der Motor, der mich antreibt, es besser zu machen. Es ist aufregend, es macht Spass, für Kollegen Backing Vocals einzusingen oder Texte zu schreiben. Es ehrt und macht mich stolz, wenn ich um Mitarbeit gebeten werde. Es ist toll, Neues zu probieren und sich auf unbekannte Dinge einzulassen. Musik ist eine Leidenschaft, die dir unendlich viele Möglichkeiten bietet. Es ist immer wieder toll, wenn man Menschen trifft, die diese Leidenschaft teilen und ich geniesse die Bekanntschaft dieser Menschen, die erstaunliche Talente besitzen, sei es stimmlich oder auf ihrem Instrument. Man trifft einfach nur ... TOLLE Menschen. |
| Du hast hier in deiner Tisch-Vitrine
sonderbare CD´s liegen. Man erkennt dich, aber dein Name steht nicht
drauf. Jeff Cunning steht da stattdessen. Erzähl doch mal was darüber.
Was ist das ?
(er lacht) Nun, ICH bin Jeff Cunning. Das sollte ursprünglich mein Künstlername werden, ich habe aber im Endeffekt auf den Quatsch verzichtet. Aber auf diesen CD´s ist tatsächlich Musik ! Alle Kompositionen, die ich in irgendeiner Form einmal im Homestudio aufgenommen habe, sind da drauf. Ist halt meine Art, meine Musik zu konservieren. |
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| Wie denkst du über Casting-Shows
wie DSDS ?
Also, ich würde da nicht mitmachen, selbst wenn ich singen könnte. Wahre Talente brauchen solche Shows nicht. Und derart gekürte Talente sind im Musikgeschäft ohnehin nicht lange tätig. Es ist nie ein wirklicher Start in eine grosse Karriere. Ausserdem halte ich die Kompetenz von mancher Jury für mehr als fragwürdig. Ein Dieter Bohlen weiss sicher, wovon er spricht. Aber in Luxemburg gab es eine ähnliche Show, und da waren Leute vertreten, deren Qualitäten ich stark anzweifle. Ich würde daher niemandem raten, zu einer solchen Show zu gehen. Man kann sich seinen Ruf da ganz schön versauen. Und jeder hat mal einen schlechten Tag. Wenn du Pech hast, fällt er genau auf den Tag des Castings. Daher : Finger weg ... |
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| Und wenn du in der Jury sitzen
könntest ?
Dann würde es scheppern, glaube ich... |
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Sport : Taekwondo |
A
| Gibt es etwas in deinem Leben, das
du wirklich bereust ?
Ja, einen Taekwondo-Club gegründet zu haben ... |
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(Nathalie)
(Norbert Welu) |
Du hast jahrelang Taekwondo gemacht.
Mir ist aufgefallen, dass du endlich wieder auf deiner Homepage darüber
sprichst ... Ich habe 1989 mit diesem Sport angefangen und war praktisch 20 Jahre aktiver Sportler. Im Jahr 2000 habe ich einen eignen Verein in meinem Wohnort gegründet. Als ich dann krank wurde und unter starken Depressionen litt, wurde ich auf ganz üble Weise aus meinem eignen Club geschmissen. Es gab Leute, die ihre eignen Interessen durchsetzen wollten, ich war ihnen im Weg. Als ich dann krank wurde, nutzte man die Gelegenheit. Ich weiss nicht, was man den anderen Clubmitgliedern erzählt hat, mir gegenüber hat man meinen Rausschmiss damit begründet, dass ich unberechenbar und eine potentielle Gefahr für unsere Mitglieder sei, besonders für die Kinder, die ich öfter trainierte - totaler Quatsch. Man warf mir vor, ich wolle dem Club absichtlich Schaden zuführen. Aber warum hätte ich das tun sollen ? Ich habe jahrelang dafür gearbeitet, dass der Verein zu dem wurde, was er schlussendlich war : sehr erfolgreich. Ich habe sogar die Musik und viele meiner Freunde zurückgestellt. Meinem Bruder, der eine aussergewöhnliche Generalversammlung organisieren wollte, um die Umstände zu klären, drohte man damit, mich bloss- und als einen kranken Menschen hinzustellen, sollte es tatsächlich zu einer solchen Versammlung kommen. Da ich damals suizidgefährdet war, riet mir meine Psychotherapeutin davon ab, und ich wollte mich darauf auch nicht einlassen. Die Verantwortlichen hätten ohne Zögern meinen Tod in Kauf genommen, das wurde mir klar, als ich sogar noch während meiner Therapie in Deutschland Mails von ihnen erhielt. Ich leide heute noch darunter, habe diese Demütigung nie vergessen und verziehen und deswegen das Thema Taekwondo jahrelang aus meiner Erinnerung gestrichen. |
| Du hast einige Preise bekommen während deiner
aktiven Zeit.
Ach, "einige" ... Nein, ich habe lediglich 3 Preise in meinem Regal stehen. Eigentlich eine spärliche Ausbeute aus 20 Jahren Sport. Aber ich habe mich nie für Auszeichnungen interessiert, mir ging es mehr um den Sport selbst. 1990 war ich luxemburgischer Meister in meiner Kategorie im Formenlauf, der Poomse. Im gleichen Jahr erhielt ich eine Auszeichnung für besondere Verdienste, als ich bei der damaligen Organisation und Ausführung der Meisterschaften mithalf. 2002 schaffte ich es während einem Freundschaftswettbewerb in Jülich ebenfalls auf Platz eins in der Disziplin Poomse. |
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| Bist du ein guter Kämpfer gewesen ?
(lacht) Nein, eben nicht. Ich habe in meiner Taekwondo-Laufbahn vielleicht dreimal auf der Matte gekämpft und bin kläglich gescheitert. Ich denke immer wieder mit Schmunzeln an einen Kampf zurück, den ich mit einem meiner Freunde, Norbert Welu, bestreiten musste. Er war einfach nur gut und benutzte mich eher als Tennisball während dem Kampf. Ich rief nur noch "Peace" und gab mich geschlagen. Ich war nie ein aggressiver Mensch, ich habe bis heute nicht eine einzige Schlägerei gehabt. Wenn man diesen Kampfsport betreibt, passiert etwas im Kopf - wenn man ihn richtig praktiziert. Man wird ruhiger, weniger impulsiv, man handelt mit dem Kopf, nicht mit den Fäusten. Man respektiert seine Mitschüler, seinen Trainer, sein Umfeld im allgemeinen. Man regt sich weniger über sein Umfeld auf, zuckt eher die Schulter und lässt die Idioten halt Idioten sein. Mir hat der Formenlauf immer sehr gut gefallen und ich hatte mich darauf spezialisiert. Für mich war das wie Tanzen. Rhythmisch, technisch, und ein gutes Training für´s Hirn. |
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| Welchen Dan besitzt du ?
Den 1. Dan, seit 2003 |
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| Vermisst du den Sport ?
Ja, hin und wieder schon. Er tat gut, weil man sich abreagieren konnte, ausserdem war ich in meiner aktiven Zeit ziemlich fit. Viele Konzerte hätte ich SO nicht absolvieren können. Ich war bekannt dafür, ständig über die Bühne zu rennen, zu hüpfen wie ein Verrückter, und so mancher fragte mich, wie ich das mache. Aber ich hatte durch den Sport gelernt, meine Kräfte richtig einzuteilen und die Reserven im richtigen Moment zu aktivieren. |
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| Du warst am Ende deiner Laufbahn
dann auch Trainer ...
Ja, nach meiner Therapie bekam ich das Angebot, als Trainer des Clubs in Beckerich zu fungieren. Man brauchte dort einen "Fachmann" für Poomse. Ich nahm dieses Angebot dankbar an, weil ich etwas brauchte, was mich aufbaute. Und es interessierte den Präsidenten des Vereins nicht, dass ich gerade aus einer Klinik für Psychosomatik kam. Er wollte MICH, nicht die Gerüchte. Die interessierten ihn nicht. Schlussendlich glaube ich, dass mir diese Beschäftigung das Leben gerettet hat. Endlich gab es wieder jemanden, der meine Person und meinen Einsatz zu schätzen wusste. Und es hat unendlichen Spass gemacht, Kinder zu trainieren. Wir haben viel gelacht und gemeinsam viel gelernt, und ich habe die Ehrlichkeit, die mir von den Kleinen entgegengebracht wurde, genossen - in einer Zeit, in der ich kein Vertrauen zu irgendjemandem hatte. Aber die Kinder haben mich gemocht, und ich sah wieder einen Sinn in meinem Leben. Es tut einfach nur gut, das Gefühl zu haben, jemandem etwas beibringen zu können. |
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(2000)
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Und trotzdem hast du aufgehört.
Warum ?
Weil mich die Erinnerungen aus meiner Zeit im eignen Verein einholten und ich sie nicht verarbeiten konnte. Ich hielt es für besser, das Kapitel Taekwondo zu beenden. Durch meinen Entschluss geriet der Verein in ernste Schwierigkeiten, da anfangs kein anderer Trainer zur Verfügung stand. Doch ich musste diese Entscheidung treffen. Ich war nah dran, wieder zu zerbrechen. Ausserdem hat der ganze Hintergrund an meinen Kräften gezerrt. Ich war ja auch noch Mitglied des Vorstandes und erlebte die Schweinereien und das Ellenbogendenken, das hinter den Kulissen herrschte und das die aktiven Sportler nicht mitbekamen. Es gab ständig Ärger mit dem Verband und Leuten, die unseren Sport in Verruf brachten. Ich habe mich mit all meiner Kraft für faire Bedingungen eingesetzt - ohne Erfolg. Und wenn man ständig gegen Mauern läuft, gibt man irgendwann auf, wenn man sich nicht andauernd Beulen holen will. Und ich hatte schon genug Narben. |
| Würdest du den Sport trotz mancher,
späteren, schlechten Erfahrungen weiterempfehlen ?
Ja, unbedingt. Man kann durch jede Art Sport, und besonders durch Kampfsport, viel über sich lernen. Wer Angst hat, wird selbstsicherer, wer mit zu viel Energie herumläuft, wird lernen, sie zu beherrschen und richtig - und gewaltlos - zu nutzen. Aber man sollte nicht zimperlich sein. Taekwondo ist ein Vollkontaktsport - es gibt blaue Flecken. Ich bin mehr als einmal mit Blutspritzern auf dem Anzug nach Hause gekommen - die aber eher durch meine Unachtsamkeit entstanden. Man wird taff, und man lernt, einzustecken. Man lernt aber auch, auszuteilen, wenn es darauf ankommt. Und wer behauptet, dieser Sport sei brutal und würde aus Kindern Schläger machen, der ist falsch informiert oder hat sich den falschen Verein angesehen. Das ist das wichtigste überhaupt : man sollte sich, bevor man sich zu diesem Sport entschliesst, den Club, dem man beitreten will, genau ansehen. Von wem wird er geführt, und wie. Wer ist der Trainer, was kann er, woher kommt er. Und Vorsicht vor koreanischen Trainern. Viele von ihnen sind nur am Geld interessiert und weniger am Wohl ihrer Schüler. Das ist leider so. Aber das kann auch bei Nicht-Asiaten der Fall sein. Deswegen sollte man sich bei der Suche nach einem geeigneten Verein Zeit lassen. Er sollte ordnungsgemäss arbeiten, sich an die Verbandsregeln halten - und überhaupt einem offiziellen und anerkannten Verband angehören - sich an die vorgeschriebenen Intervalle für die Gürtelprüfungen halten. Wer einen Schüler bei Prüfungen mehrmals Gürtel überspringen lässt, ist nicht glaubwürdig und handelt unverantwortlich. Und der Verein sollte seine talentierten Schüler in jedem Falle fördern und unterstützen, regelmässig an Wettbewerben und Freundschaftskämpfen teilnehmen. Nur durch Erfahrung kann man lernen. Wenn man all dies berücksichtigt bei der Suche nach seinem Verein, ist man schon auf der gewonnene Seite. Und es gibt wirklich gute Clubs in Luxemburg. |
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| Besteht die Möglichkeit, dass du
eines Tages wieder mit dem Sport weiter machst ?
Nun, ich halte mich an ein Prinzip : sag niemals nie. Aber solange bestimmte Probleme in der luxemburgischen Taekwondo-Szene nicht beseitigt sind, werde ich mich davon fern halten. Ich bin mittlerweile über 40 und übergewichtig, ich würde das übliche Training wahrscheinlich nur noch mit Sauerstoffmaske überleben, aber es würde mir zweifellos gut tun, hahaha. Auch als Trainer zu fungieren, könnte ich mir schon noch vorstellen. Doch im Moment fehlt mir auch die Zeit. Die Musik geht vor - sie ist zurzeit wesentlich produktiver. Und ich schulde meinen alten und wirklichen Freunden noch viel Zeit, Aufmerksamkeit und Einsatz ... |
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Das Schreiben - DIE LETZTE WAHRHEIT |
A
| Gibt es autobiografische Inhalte in
deinem Buch DIE LETZTE WAHRHEIT ?
Nein, ganz und gar nicht |
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| Wird es eine Fortsetzung geben ?
Nein, ich denke, es gibt nichts, was man hinzufügen müsste, um die Geschichte zu verbessern. |
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| Was kommt nach DIE LETZTE WAHRHEIT ?
Zurzeit arbeite ich an Kurzgeschichten, sie sind eine Mischung aus Fiktion und Dingen, die ich erlebt habe. Ich habe auch noch eine andere Geschichte im Kopf, aber das ist alles noch sehr vage. So wie anfangs bei DIE LETZTE WAHRHEIT. |
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| Warst du wirklich in London, um dir
die Orte anzusehen, die in deinem Buch vorkommen ?
Ja, ich war einige Tage dort. Ich wollte die Plätze halt so authentisch wie möglich beschreiben, das macht den Roman auch lebendiger und glaubwürdiger. Ich bin zwar schon öfter in London gewesen, es ist eine schöne Stadt |
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| Der Hauptteil des Romans spielt in
den Vereinigten Staaten. Da bist du nicht hingereist ...
Nein, dafür fehlte mir die Zeit und das Geld. Da musste ich auf Infos aus dem Internet zurückgreifen. |
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| Du hast Jerry Verdorn, einen
amerikanischen Schauspieler, als Vorbild für die Rolle von Chris´
Freund, Jerry Verholm, benutzt. Warum ausgerechnet ihn ?
Verdorn ist in den Staaten bekannt geworden durch seine Rolle als Anwalt Ross Marler. Jedes Mal, wenn ich ein Kapitel schrieb, in dem er vorkam, hatte ich automatisch sein Gesicht vor mir. Es hat sich so ergeben, und ein lustiger Nebeneffekt ist es ausserdem. |
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| Dann sag uns doch auch, wer Chris
Whealer ist ...
Nein. |
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| Warum nicht ? Manche haben
wahrscheinlich schon herausgefunden, wen du als Vorbild benutzt hast ...
Na umso besser, dann brauch ich ja nix mehr zu verraten. Nein, im Ernst, ich finde, man soll nicht alles verraten. Das nimmt den Buch vielleicht ein wenig von der Spannung. Jeder soll sich sein eignes Bild von den Protagonisten machen. |
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| Du hast gesagt, dass es für die
Rolle von Greg kein Vorbild für dich gab. Welchen Schauspieler
könntest du dir denn in seiner Rolle vorstellen ?
Oh, da kenne ich zurzeit kein Kind, das für diese Rolle infrage käme. Ich denke, da würde man während einem Casting überraschende Talente entdecken. Es ist keine einfache Rolle. Wie gesagt, ich hatte während dem Schreiben keine spezielle Person im Kopf. |
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| Wär doch toll, wenn das Buch
verfilmt werden würde....
Oh ja, das wär' schon was. Aber ich bin schon glücklich, dass das BUCH überhaupt erschienen ist, und ich bin Realist. Ich bin nicht so von mir überzeugt, dass ich mir vorstelle könnte, dass der Roman irgendwann verfilmt wird. |
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| Oh, wie bescheiden ...
JAAAA ... |
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Privates |
A
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Welches Buch ist das beste, das du
bisher gelesen hast ?
Mir hat PAPILLON von Henry Charrière sehr gut gefallen. |
| Und was liest du zur Zeit ?
DER ANSCHLAG von Stephen King (Stand : April 2012) |
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| Gibt es auch Bücher, die du nicht
gelesen hast, weil du sie für grottenschlecht hältst ?
Ich habe versucht, DIE SATANISCHEN VERSE von Salman Rushdie zu lesen. Nach 30 Seiten habe ich jedoch aufgegeben. Ich mag auch keine historischen Romane, habe aber DIE SÄULEN DER ERDE gelesen, weil ich das gleichnamige Gesellschaftsspiel besitze. Vampirgeschichten und Science Fiction mag ich auch nicht. Auch mit Politik tu ich mich schwer, doch ich habe den BAADER-MEINHOF-KOMPLEX durchgekaut, weil ich etwas über die Hintergründe erfahren und die Geschichte der RAF verstehen wollte. Ich würde jedoch nie ein Buch als grottenschlecht bezeichnen, denn irgendwelche Qualitäten wird es schon haben, sonst würde niemand es veröffentlichen. Das ist in der Musik im übrigen ebenso. Und wenn ich diese Qualitäten nicht verstehe oder entdecken kann, dann liegt das eher an mir als am Autoren. Dann bin ich vielleicht nicht .... reif genug für das Buch. |
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| Du hast so viele
Bücher hier stehen. Hast du wirklich alle gelesen ?
Klar, mit Ausnahme der Lexika natürlich. |
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| Hast du einen
Lieblings-Autoren ? Hier steht viel Stephen King ...
Ja, ich besitze all seine Bücher, muss aber leider sagen, dass seine letzten Veröffentlichungen mich nicht mehr so vom Hocker reissen. Ich kaufe seine Romane inzwischen eigentlich nur aus Prinzip, um die Sammlung halt komplett zu haben. Ich mochte solche Sachen wie SHINING, FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE, CUJO und CARRIE. Und natürlich seine Kurzgeschichte THE BODY, die als "Stand by me - Geheimnis eines Sommers" erfolgreich von Rob Reiner verfilmt wurde. Ich mag diese Geschichte über eine Freundschaft, und was am Ende daraus wurde und übrig blieb. |
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Du sammelst auch CD´s
und DVD´s. Auch Vinyl-Langspielplatten stehen noch in deinen Regalen
...
Ja, ich bin ein absoluter Musik-Narr und sitze auch lieber vorm Fernseher und gucke DVD, als ins Kino zu gehen. Ich mag keine überfüllten Kinos, und ich ziehe es vor, die Stopp-Taste drücken zu können, wenn ich auf´s Klo muss, hahaha. Tja, und die LP´s ... Die sind eigentlich nur ein kleiner Rest einer grossen Sammlung, die ich besass. Ich habe mir nach und nach alles auf CD nachgekauft, und was hier noch steht, sind halt Scheiben, die ich bisher noch nicht als CD auftreiben konnte, oder die mich mittlerweile nicht mehr interessieren. |
| Kannst du mir eine
Top-Ten-Liste deiner Lieblingsmusik nennen ?
Ja, lass mich mal nachdenken. 1) AMAROK, die wohl eigenartigste CD, die Mike Oldfield je gemacht hat. Ich LIEBE sie, du musst sie dir unbedingt einmal mit Kopfhörer anhören. 2) Nochmal Oldfield, und zwar TUBULAR BELLS. Ich wünschte, ich könnte so was tolles auch einmal aufnehmen. 3) HIGHWAY TO HELL von AC/DC, durch sie bin ich zum HardRock gekommen. Bon Scott ist einfach DER Sänger schlechthin für diesen Genre gewesen. 4) ANGELIS von Angelis. Diese Stimmen, woaow ! Bei "Pie Jesu" und "Pokarekara Ana" fange ich echt an, zu heulen. 5) BACK IN BLACK von AC/DC, das ist ein Klassiker. 6) BRITISH STEEL von Judas Priest, einfach Kult ! 7) READY OR NOT von Lou Gramm. Ein toller Sänger. Schade, die Krankheit hat seine Stimme stark angegriffen. 8) Die Live-Version (Exposed) von INCANTATIONS, auch von Oldfield. Das Arrangement mit den klassischen Instrumenten ist geil. 9) Abba´s letzte Produktion THE VISITORS. War ein toller Schlusstrich für eine grossartige Karriere. Und 10) RISKIN´ IT ALL von einer meiner Lieblingsbands, D.A.D. Das waren schon 10, ja ? Oh Mann, die Liste könnte ich endlos fortsetzen, aber im wesentlichen habe ich meine Favoriten hier genannt. Aber es gibt vieles, was ich mir immer wieder gerne anhöre. |
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| Gibt es Musik, die du
GAR nicht magst ?
Ich kann mit Rap, Operetten und Hip Hop nix anfangen ... |
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| Wie steht´s mit
klassischer Musik ?
Oh, ich habe eine grosse Sammlung davon. Höre mir zwar selten was an, aber ich ich mag TSCHAIKOWKSYS Klavierkonzert, RAVELS Bolero und CONCIERTO DE ARANJUEZ von Joaquin Rodrigo. Ich finde auch Klavierstücke, die der alte Vladimir Horowitz gespielt hat, ganz toll. Der Mann hatte was... |
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Gibt es Musik oder
einen Film, der dich zum Weinen bringt ?
Wie bereits erwähnt : bei "Pokarekara Ana" von ANGELIS kriege ich jedesmal feuchte Augen. Das Lied wird auch bei meiner Beerdigung gespielt werden, das ist in meinem Testament ausdrücklich vermerkt. Bei Filmen weine ich eher nicht. Obwohl ich DAS GLÜCKSPRINZIP (Pay it forward) ganz toll fand. Bei E.T. bin ich damals fast aus dem Kino geflogen, weil ich mich kaputt gelacht habe ... |
| Gleich am Eingang
deiner Wohnung steht eine Kinder-Schaufensterpuppe. Das ist schon
eigenartig. Wie bist du denn zu der gekommen ?
(lacht) Das ist Stevie, den habe ich bei Ebay ersteigert, und wenn ich mich gut erinnere, hat die Kleidung, die er anhat, mehr gekostet als die Puppe selbst. Ach, ich finde solche Sachen einfach lustig. Fast jeder, der mich zum ersten Mal besucht, erschreckt ganz kurz, wenn er ihn da stehen sieht. Ich will noch einen Bewegungsmelder einbauen. Er soll etwas sagen, so wie "Hallo, ich bin Stevie, wer bist du?" oder so was ähnliches. Das wäre cool. Ich weiss aber noch nicht, wo ich die Technik dafür herkriegen kann. Kann mir da jemand helfen ? |
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| Warum nennst du ihn
Stevie ?
Den Namen hat er von deiner Schwester, von Vanessa. Weisst du nicht mehr ? Ich habe keine Ahnung, warum sie ihn so genannt hat. Der Name ist jedenfalls hängen geblieben ... |
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| Was soll auf deinem
Grabstein stehen ?
"Glotz nich´, geh weiter !" - Nein, im Ernst, es wird keinen Grabstein geben, da ich mich einäschern lassen. Die Asche wird verstreut.. |
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| Du bist seit März 2011
in einer Stiftung für krebskranke Kinder unentgeltlich als Helfer und
Mitarbeiter tätig. Kannst du uns dazu etwas erzählen ? Wie kam es dazu
?
Über meine Arbeit bei dieser Stiftung möchte ich nicht weiter sprechen. Ich will einfach nur etwas Nützliches tun, und was ist schöner, als kranken und traurigen Kindern ein kleines Lächeln auf die Gesichter zu zaubern, in dem man für sie da ist, mit ihnen spielt und Quatsch macht, und sie zum Lachen bringt. Ich bin durch Bekannte, die auch ein Kind durch Krebs verloren haben, auf die Stiftung aufmerksam geworden. Ich liebe diese Arbeit und möchte sie nicht mehr missen. Sie tut auch meiner Seele gut. |
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| Wie sieht deine
Traumfrau aus ?
Ich habe meine Traumfrau bereits vor vielen Jahren kennen gelernt, während meiner Schulzeit. Doch ich habe das zu spät bemerkt, und heute macht es keinen Sinn mehr, darüber nachzudenken, weil sie inzwischen verheiratet ist. |
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| Hast du zurzeit eine
Freundin ?
(überlegt, ob er antworten soll) Nein, ich wäre ohnehin kein guter Partner. Ich bin nicht beziehungsfähig. |
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| Wie meinst du das ?
Ich bin gerne unabhängig. Nächste Frage ... |
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Hier stehen viele
Figuren rum. Zwerge, Monchichis ... Die Puppe hier mit den blauen Haaren
finde ich so süss. Gibt es einen bestimmten Grund, dass sie auf deinem
Sofa sitzen ?
Sie sitzen da, damit meine Besucher sich fragen : gibt es einen bestimmten Grund, dass die da sitzen ? Hahaha, nein, im Ernst. Der Grund für sie ist der gleiche wie der für Stevies Existenz. Ich mag halt verrückte Dinge, und wenn sie niedlich sind und für Gesprächsstoff sorgen, umso besser. Monchichis habe ich immer schon geliebt. Und die Puppe mit den blauen Haaren musste ich sofort haben, als ich sie zum ersten Mal sah. Sie trug ursprünglich ein T-Shirt mit der Aufschrift "I love Girls". Irgendwann musste ich das Shirt halt waschen, und da habe ich ihm eine Jeans-Hose und dieses gelbe T-Shirt gekauft. Ich find´ das einfach witzig. Übrigens gibt es auch das weibliche Pendant dazu. Es gibt die gleiche noch irgendwo mit rosa Haaren und dem gleichfarbigen T-Shirt mit der Aufschrifft "I love Boys". Ich suche schon seit langem nach dieser Puppe. Vielleicht hat da draussen ja jemand sie rumsitzen und will sie loswerden ! Hey, ich bin brennend interessiert !!! Ach ja, in den folgenden Tagen werden die Puppen Gesellschaft bekommen. Ich habe vor, mir einen 80 cm grossen Monchichi zu bestellen. Ist höllisch teuer, das Ding. |
| Wer ist dein bester
Freund ?
Derjenige, der mich nie im Stich lässt, meine Meinung, meine Art zu leben und meinen Charakter akzeptiert ... |
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| Was würdest du tun,
wenn du im Lotto gewinnst und Millionär werden würdest ?
Verschwinden ... |
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| Bald sind
Gemeindewahlen angesagt. Wie stehst du politisch ? Welche Partei wirst
du wählen ?
Kindchen, die Wahlen sind geheim, und daher werde ich dir nicht verraten, wen ich wähle. Nur eines : ich wähle NIE eine Partei, in der das Wort Christ vorkommt ... |