Taekwondo Die Wahrheit über mein Ausscheiden |
(aktualisiert am 21-04-2012)
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1.
In eigner Sache Manche Besucher meiner Homepage haben mich gefragt, warum ich meine frühere
Taekwondo-Seite gelöscht habe. Leider ist es so, dass mich dieser
Kampfsport viel Kraft gekostet hat. Ich spreche von seelischer Kraft.
Eigentlich sollte das bei einer asiatischen Sportart anders sein, denn
das Wohl des Geistes sollte an vorderster Stelle stehen. Doch meine Erfahrungen sind
andere gewesen. Ich habe mit dem Sport aufgehört, um mit der schweren
Zeit, die ich erlebt habe, abschliessen zu können. Doch das
ist nicht so einfach. Immer wieder muss
ich über Dritte erfahren, dass mein Name durch den Dreck gezogen wird.
Selbst heute, mehrere Jahre nach meinem offiziellen Ausscheiden, werden
Gerüchte über mich verbreitet, die mich sehr verletzen. Daher habe ich
beschlossen, mich zu wehren. Ich bin mir bewusst, dass es den
betroffenen Personen nicht in den Kram passen wird. Manchen mache ich
keinen Vorwurf, denn sie glauben das, was man ihnen erzählt. Doch wenn
ich einkaufen gehe und dann durch frühere Schüler behandelt werde, als
hätte ich die Pest, dann beginnt es, weh zu tun. An genau diese
Personen richtet sich diese Seite. Lasst euch nicht
weismachen, dass ich der Buhmann bin. Sicher, ich habe Fehler gemacht,
aber ich bin ein Mensch mit Gefühlen, und ich möchte wie einer
behandelt werden. Ich werde keine
Namen nennen, sondern Nicknames benutzen. Aber ich werde die Personen namentlich erwähnen,
denen ich viel zu verdanken habe und die mir in all den Jahren sehr geholfen haben. Sie sollen wissen, dass ich noch heute dankbar bin für ihre Hilfe und Unterstützung. Im übrigen möchte ich die Personen, über die ich nun berichte, hiermit entschieden warnen : sollte das Verbreiten von Gerüchten nicht aufhören, scheue ich mich nicht, Anzeige wegen Verleumdung und Rufmord zu erstatten. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir nichts zuschulden hab kommen lassen und Zeugen, die mir von den internen Behauptungen berichtet haben, nennen zu können, falls notwendig ! Fangen wir also
an. Habt Verständnis, dass ich etwas weiter ausholen muss. Die Dinge
haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt, und ich möchte keine
wichtigen Details auslassen. Nehmt euch Zeit, es gibt vieles klarzustellen ... 2.
Der Beginn Ich habe
Taekwondo durch meinen Musikerkollegen Raymond Eischen für mich entdeckt, 1989, um genau
zu sein. In seiner Garage standen auf alten Regalen Unmengen von Pokalen, die ich
anfangs für Karate-Trophäen hielt. Er belehrte mich eines
besseren und nahm mich eines Tages mit zu einem
Training. Mulmig war mir
schon, hatte ich mir doch schon lange vorher Filme à la Karate Kid und
Co. reingezogen. Doch die rüde Umgangsform, die man in diesen Streifen zu sehen bekam,
existierte nicht - ganz im Gegenteil. Ich wurde von allen in ihrer
Runde sofort aufgenommen. Nie werde ich vergessen, wie Claude Freres
(auf den ich später noch zu sprechen kommen werde) in die
Umkleidekabine kam. Er sah aus wie Dschinghis Khan, mit seinen wirren,
langen Haaren und seinem Bart, und als er sein T-Shirt auszog und ein
riesiges Drachentattoo auf seinem Rücken zum Vorschein kam, stockte mir
der Atem, doch als er mir die Hand zur
Begrüssung reichte, war das Eis gebrochen. Ich habe selten mit einem
derart netten Menschen zu tun gehabt. Er war flink, schnell, sprich :
effizient, aber äusserst symphatisch. Am gleichen Abend lernte ich auch meinen koreanischen Trainer kennen (wir nennen ihn "Cheng"). Auch er machte einen netten Eindruck, und ich sollte im Laufe des Trainings noch schnell merken, dass er sehr viel Wert auf Disziplin, Tradition und Respekt legte - die Eigenschaften, die dafür sorgten, dass ich bei dem Sport blieb, auch wenn Raymond nicht glaubte, dass ich mehr als 2 Wochen durchhalten würde. Er hielt mich für ein Weichei, und wenn ich ehrlich bin - das war ich auch. Ich war ein schlanker, unscheinbarer Mensch, der Konflikten eher aus dem Weg ging (auch, weil ich einfach nur feige war). Wie konnte ich wissen, dass ich mit meinem friedlichen Gemüt genau ins Konzept des Sportes passte.
SO sehen/sahen die
Lizenzen des offiziellen Verbandes, der FLAM, aus ! Ich holte mir in den kommenden Wochen so manchen blauen Fleck, alle
Knochen taten mir weh, doch ich war zu stolz, aufzugeben. Von den hochgradierten Mitschülern lernte ich sehr
viel, ohne von ihnen herablassend behandelt zu werden. Jeder half jedem.
Dienstags gab es Techniktraining, donnerstags war unter Raymonds Regie
Kampf angesagt. Die Stunden bei ihm waren die Hölle, doch ich hielt
durch. Damals trainierte ich schon mit Andrea Di Iulio, einem
hervorragenden Kämpfer, der
mittlerweile in seinem eignen Verein tätig ist.
Fotos aus den 90er Jahren (von links nach rechts) : a) Andrea di Iulio bei einem gesprungenen Yop-Chagi, b) Raymond zeigt eine Poomse, c) eine von vielen Demos, diese hier fand in Nospelt statt. So absolvierte ich meine Gürtelprüfungen, ging ein paar Mal zu Kämpfen (um festzustellen, dass ich KEIN Kämpfer bin) und heimste den einen oder anderen Pokal ein. Ich verehrte meinen koreanischen Trainer, opferte meine Zeit, um zu helfen, wo ich nur konnte. Diese Hilfsbereitschaft brachte mir schon ein Jahr später, 1990, einen Ehrenpreis ein (Prix de Mérite). Im gleichen Jahr wurde ich nationaler Meister in der Poomse. Wann immer ich Zeit hatte, nahm ich an Wettkämpfen teil, stellte jedoch sehr schnell fest, dass mich die Technik mehr interessierte als der Kampf, weshalb ich begann, mich stärker für die Poomse zu interessieren.
Nach meiner Zwangspause galt meine erste Lizenz (oben links und Mitte) lange Zeit als verschwunden. Sie tauchte erst Jahre später wieder in Steinfort auf, daher wurden alle bereits absolvierten Prüfungen auf die neue (rechts) übertragen. Da ich auch
hinter den Kulissen tätig war, lernte ich viele Sportler aus den
anderen Vereinen kennen und schätzen. Einer von ihnen war (und ist)
Norbert "Nobbes" Welu, den ich öfter bei Lehrgängen in
Steinfort traf, wo er als Trainer fungierte. Kurz : ich kam mir wie in einer grossen Familie vor, es war einfach eine tolle Atmosphäre. Ich fühlte
mich pudelwohl - trotz der blauen Flecken.
Doch es brodelte in der Szene. Manche Personen genossen eine strategisch wichtige und bedeutende Stellung im Milieu, und andere platzten deswegen vor Neid. Es gab Reibereien, die dazu führten, dass der ganze Vorstand unseres Vereines zurücktrat. Ich möchte hier nicht auf die Details eingehen, das gehört nicht hierher. Es entstand ein provisorischer, neuer Vorstand, dem es trotz allem nicht gelang, den Club zu retten. Der Verein zerbrach. Die eingetragenen Meisterschaften, an denen ich zwischen 1990 und 1992 teilgenommen habe Ich machte mich
auf die Suche nach einem anderen Verein. Am liebsten hätte ich mit
"Cheng" weiter trainiert, doch seine anderen Vereine waren mir
einfach zu weit entfernt. Also besuchte ich andere Clubs
in meiner Nähe und war entsetzt über das Durcheinander, das teilweise
in ihnen herrschte. Keine Disziplin, kein Respekt, nichts von dem, was
ich aus unserem Club oder z.B. aus Steinfort kannte. Also
legte ich meine Taekwondo-Zeit erst mal auf Eis. Dazu kam, dass ich
öfters nachmittags bis 21 Uhr arbeitete, was mir ein regelmässiges Training ohnehin unmöglich
machte. Doch der Kontakt zu meinen Sportlerkollegen riss nicht ab, man
traf sich oft zufällig, und auch meinem Trainer begegnete ich immer
wieder. 3. Die Gründung
des TKD Junglinster Eines
Tages nahm er mich zur Seite und fragte mich, ob ich nicht daran
interessiert wäre, einen Taekwondo-Club in meinem Wohnort zu gründen.
Ich fand die Idee nicht schlecht, hielt sie jedoch für nicht umsetzbar.
Komischerweise
wurde ich ein paar Tage später von meinem Nachbarn angesprochen, der
mit der gleichen Idee kam. Daher startete ich einen ersten, eher
halbherzigen Versuch und schickte einen Brief an den Bürgermeister, der
meine Bitte jedoch schon einige Tage später abwimmelte – es gab keine
freien Hallen für neue Vereine. Ich denke aber, dass es den
Verantwortlichen eher ein Dorn im Auge war, dass ein Kampfsport sich
eventuell in unserer Gemeinde einnisten könnte. Doch
weder "Cheng", noch mein Nachbar liessen locker. Einige Zeit
verging, und mir brannte das Thema unter den Fingernägeln. Es wäre
doch toll, einen eignen TKD-Club vor der Haustür zu haben. Als
dann der Bürgermeister von seinem Nachfolger François Ries ersetzt
wurde, startete ich einen zweiten Versuch. Und siehe da : schon ein paar
Tage später erhielt ich einen Anruf von Herrn Ries :"Ich finde die
Idee toll. Meinen Segen hast du ! Bespreche das mit unserem technischen
Dienst, dann kannst du loslegen !" Also nahm ich mir einen Tag frei und nutzte ihn,
um mich in Sachen freie Hallen und ähnlichem schlau zu machen. Schon
bald stellte ich fest, dass der kleine Turnsaal der Schule in Gonderange
praktisch leer stand. Er wurde zwar auch als Theater benutzt (es gab
dort eine kleine Bühne), doch der Boden erwies sich als ideal –
elastischer Holzboden. Also
klopfte ich beim technischen Dienst an. Herr Jean Lemmer sah mich erst
traurig an :"Wir haben in der Sporthalle keinen Platz für einen
neuen Verein." Doch ich wollte ja keine grosse Halle, ich wollte
den kleinen Saal in Gonderange. Dienstags und donnerstags. Nach einem
kurzen Blick auf den Plan nickte Herr Lemmer und gab somit sein Okay.
Super : ich hatte einen Dojo, sprich, Trainingsraum ! Ab
diesem Moment hatte ich öfter mit Herrn Lemmer sowie Herrn Yves
Christen zu tun, die für den technischen Dienst der Gemeinde
Junglinster zuständig waren. Beiden bin ich zu grossem Dank
verpflichtet, denn jede meiner Anfragen und Bitten wurde in den
kommenden Jahren angehört und, soweit möglich, auch erfüllt. Ich
nahm zu meinem ehemaligen Trainer Kontakt auf und teilte ihm die
erfreulichen Nachrichten mit. Er zeigte sich begeistert. Nun ging es
darum, einen Vorstand zusammen zu trommeln. Für mich war klar, dass
ich, als Gründer des Vereines, den Posten des Präsidenten übernehmen
sollte, doch "Cheng" winkte ab. Er sah mich eher in der Rolle
des Sekretärs und erzählte mir, dass er einen Amerikaner kennen würde,
der ebenfalls in Junglinster wohnte und schon länger einen TKD-Verein für
seine 3 Kinder suchen würde. Er hielt den Mann für die richtige Wahl,
was den Präsidenten-Posten anging. Vorerst
stimmte ich zu und suchte nach einem Schatzmeister, den ich schon nach
kurzer Zeit in meinem alten Freund Jean-Jacques Huss fand. Ich
kannte ihn seit dem Kindergarten, ich vertraute ihm. Er sagte auch
sofort zu, obwohl er keine Ahnung von diesem Kampfsport hatte, aber
darum ging es ja auch gar nicht. So
kam es, dass wir uns bald darauf im Haus des Amerikaners trafen (nennen
wir ihn "Tom"). Er schien nett zu sei, und auch seine kleinen
Söhne waren wohl erzogen, freundlich, niedlich. Also machte ich einen der grössten Fehler (Fehler Nummer 1) meines Lebens. Ich gab ihm den Posten des Präsidenten, obwohl er zugab, weder Ahnung von Taekwondo zu haben, noch von den Aufgaben, die er zukünftig erfüllen sollte. Zu oft fragte er : muss das sein ? Er schien nichts von Formalitäten und Regeln zu halten, die es nun mal aber gab, wenn man einen offiziellen Verein gründen will. Nun
ging es noch darum, den Club offiziell anzumelden. Es mussten Statuten
her. Doch woher nehmen ? Jetzt
zahlte es sich aus, dass ich noch gute Beziehungen zu meinen alten
Freunden hatte. Die Vereine aus Steinfort sowie Grevenmacher gaben mir
bereitwillig eine Kopie ihrer Statuten, die ich nur entsprechend für
unseren Club umschreiben musste. Hier gilt mein besonderer Dank Ernst
Moutschen und wieder Norbert Welu, die mir in dieser Sache
mit Rat und Tat zur Seite standen. Zusätzliche Hilfe und Ratschläge
bekam ich ausserdem von André Degros, dem damaligen Vertreter des TKD
in unserem Dachverband, der FLAM. In den kommenden Wochen und Monaten würde
ich noch öfter auf seine Hilfe angewiesen sein. Durch seinen Einsatz, den ich bis heute sehr zu würdigen
weiss, konnte unser Verein überhaupt Mitglied der FLAM werden. Dazu später
mehr. Ich
stellte also die Statuten des Vereines auf die Beine und liess sie vom
Vorstand unterschreiben (was unser "Tom" auch bereitwillig
tat, obwohl er bis zu meinem Rausschmiss gar nicht wusste, was drin
stand). "Cheng" hielt sich bewusst aus allen offiziellen
Dokumenten heraus. Dann
rannte ich in die Hauptstadt, um die Statuten registrierten zu lassen,
blätterte einen Batzen Geld hin und übergab den
Gemeindeverantwortlichen alle Informationen inklusive Kopie der Satzung.
Alles in allem Dinge, die mit viel Zeitaufwand und ständigem Hin und
Her-Gerenne verbunden waren. Ab
Mai 2000 war der Taekwondo Club Junglinster offiziell angemeldet, und
bereits kurze Zeit später fanden die ersten Trainingsstunden statt.
Anfangs waren ein Dutzend Sportler bei uns eingeschrieben, zum Zeitpunkt
meines Rausschmisses waren es zirka 100. Da
wir nur zu dritt im Vorstand waren, lief alles anfangs recht gut. Die
meiste Arbeit hatten Jean-Jacques und ich. Ich war sehr
oft im Haus von "Tom" zu Gast, da wir immer wieder Dinge
besprechen mussten. Bei seinen Kindern war ich anfangs nur "der Typ
mit dem Blaugurt", und ich mochte sie. Sie versprühten einen Humor, der mir gut tat, weil
ich mit Depressionen zu kämpfen hatte. So
kam es dann auch, dass ihr Vater mir anbot, einfach vorbei zu kommen,
wenn ich nicht gut drauf war. Dieses Angebot nahm ich dankend an. Im Nachhinein muss ich sagen : ich war zu oft da. Später
habe ich ähnliche Familien kennen gelernt, bin auch dort oft eingeladen
worden, doch hatte ich da schon aus meinen Fehlern gelernt – ich bin
danach nie wieder zu irgendjemandem gegangen, wenn es mir schlecht ging. 4. Probleme mit
der FLAM Die
ersten Trainingsstunden liefen, nun ging es darum, den Club ordnungsgemäss
im Verband anzumelden. Erstaunlicherweise war "Cheng" nicht
begeistert von der Idee, Mitglied der FLAM zu werden, und mit seiner
Meinung steckte er "Tom" an, was mir gar nicht gefiel.
Immer wieder musste ich meinen Standpunkt verteidigen : ohne FLAM keine
Meisterschaften, keine gültigen Lizenzen, keine anerkannten Gürtelprüfungen.
Ich kämpfte schwer, doch auch Jean-Jacques war meiner Meinung.
Die ersten Unstimmigkeiten entstanden, doch ich beharrte auf meiner
Meinung – zum Wohle unserer Sportler MUSSTEN wir Mitglied der FLAM
werden. Klammer
auf : man muss wissen, dass der Koreaner für einige Jahre der
offizielle Trainer unserer Nationalmannschaft war. Da er seine Aufgaben
Gerüchten zufolge jedoch alles andere als korrekt erfüllte, wurde ihm nahe gelegt, seinen
Job zu kündigen – oder unehrenhaft von seinen Pflichten entbunden zu
werden. Letzteres wäre eine grobe Verletzung seiner Ehre gewesen. Man
kann sich vorstellen, warum er von sich aus ging. Und man kann nun auch
verstehen, warum er auf die FLAM nicht gut zu sprechen war. Klammer zu. Dann
wurde ich unverhofft mit einem schier unlösbaren Problem konfrontiert:
Die FLAM teilte mir mit, dass man unseren Club zwar gerne aufnehmen würde,
jedoch NICHT mit dem Koreaner. Die damaligen Statuten verboten es nämlich einer
Person, in mehr als einem Verein als offizieller Trainer tätig zu sein.
Dies, um zu verhindern, dass finanzielle Interessen entstehen. Nun,
bei diesem Punkt muss ich heute noch lächeln. Was konnte der Koreaner
schon für andere Interessen haben ? Er verdiente seinen Lebensunterhalt
damit, und lebte nicht schlecht davon. Man muss wissen, dass jedes
Mitglied, das von ihm trainiert wurde, eine monatliche Gebühr von 1000
Franken (später 25 Euro) berappen musste. Wenn man bedenkt, dass bis
kurz vor meinem Ausscheiden gut 100 Personen bei uns aktiv waren, kann
man sich in etwa vorstellen, welche Summe unser Schatzmeister ihm jeden
Monat überweisen musste. Dass wir da spezielle Rabatte mit ihm
ausgehandelt hatten (z.B. wenn mehrere Familienmitglieder bei uns aktiv
waren, oder wenn für ein ganzes Jahr im voraus gezahlt wurde), fiel da
kaum ins Gewicht. Man muss bedenken, dass der Mann damals zeitweise in 3
verschiedenen Vereinen trainierte !
während unserer Vollversammlung eine Liste (Bild oben), auf der alle Mitglieder unterschrieben hatten, um mir für meinen
Einsatz für den Club zu danken. Man hatte sogar Geld gesammelt,
insgesamt 197 Euro. Was soll man davon halten, wenn man bedenkt, dass man mir 3 Jahre
später vorwarf, dem Verein schaden zu wollen … Ich glaube, es war im gleichen Jahr, als "Tom" mir vorschlug, das neuste Windows auf meinem Laptop zu installieren. 2006, als ganze 4 Jahre später, erfuhr ich auf sehr unangenehme Weise, dass er dabei bewusst meine kompletten, privaten und sehr persönlichen Dateien kopiert hatte. 5. Die ersten
Risse Nach
zwei Jahren verabschiedete sich Jean-Jacques als Schatzmeister,
aus privaten Gründen. Ab dann fehlte mir die Unterstützung, die ich
als Gründer des Vereines dringend gebraucht hätte. In den kommenden
Monaten und Jahren wurde ich immer wieder von den neuen
Vorstandsmitgliedern überstimmt und regelrecht in die Ecke gedrängt.
Die Idee, die FLAM zu verlassen, stand immer noch im Raum, und ich
wehrte mich mit aller Macht dagegen. Allerdings stand ich allein auf
weiter Flur. Meine
kommenden Gürtelprüfungen absolvierte ich in Schallgeschwindigkeit.
Und als ich den 1. Kup hatte, bestand "Cheng" darauf, dass ich
nun als offizieller Trainer des Vereins fungieren sollte. Claude Freres
war überflüssig geworden. Wir hatten ihm viel zu verdanken, doch dies wurde bewusst unter den Teppich gekehrt. Ich habe heute noch
Kontakt zu ihm und bin ihm immer noch dankbar für seine Hilfe. Inzwischen
war ich längst zum Co-Trainer geworden und hielt das Training, wenn
"Cheng" nicht kommen konnte – oder einfach keine Lust dazu
hatte. Ich bot ein zusätzliches Training samstags an, das recht gut
besucht war – alles unentgeltlich, wohl gemerkt. Ich opferte meine
komplette Freizeit dafür, hörte sogar teilweise auf, Musik zu machen und
vernachlässigte die guten, alten, wirklichen Freunde. Und "Cheng"
kassierte weiterhin sein immenses Gehalt – obwohl er immer öfter dem
Training fern blieb. Am 19. November 2003 trat ich dann zur Dan-Prüfung an. Offizieller Prüfer war damals Luigi Melis. Das hat "Cheng" natürlich gar nicht geschmeckt, er hielt es jedoch auch nicht für nötig, mich zur Prüfung zu begleiten. Heute bin ich glücklich darüber, denn ich weiss, dass man mir nichts geschenkt hat. Ich schaffte die Dan-Prüfung, weil ich gut vorbereitet war, und nicht, weil ich ein Schüler des Prüfers oder ihm symphatisch war. Bei den Prüfungen von "Cheng" ging es immer mehr darum : was nützt er mir, wenn er die Prüfung besteht ? Natürlich präsentierte er seinen Schüler stolz während dem Training und überreichte mir einen eigens von ihm bestellten Schwarzgurt. Nichtsdestotrotz war mein Erfolg natürlich sehr wichtig für den Verein : ab jetzt war ich offizieller Dan-Träger (was bei manchen noch für Neid sorgen sollte) und konnte als vollwertiger, offizieller Trainer des Clubs fungieren. Luigi Melis verstarb 2010 - angeblich durch Suizid, da er jahrelang an Depressionen gelitten hatte. Man kann sich vorstellen, wie sehr mich diese Nachricht getroffen hat ...
Meine Depressionen nahmen
drastisch zu, immer wieder war ich bei "Tom" zu Besuch -
Fehler Nummer 2. Dass ihm dies
inzwischen unangenehm
sein könnte, hat er mir gegenüber nie erwähnt. Ich unternahm recht
viel mit seinen Kindern. Besuche in Parks, bei McDonalds und Co. Klar, dass
die Kinder mich dafür umso mehr mochten, aber muss ich mich dafür
entschuldigen ? Ich denke nicht. 6. Erste Zweifel Immer
wieder ergaunerte sich "Cheng" spezielle Gefälligkeiten. So
brachte er es fertig, dass wir ihm, als sein Auto den Geist aufgab, das
Geld für ein neues vorstreckten – Geld aus der Clubkasse, wohl
gemerkt. Die damaligen Kassenrevisoren können dies bestätigen. Diesen Betrag stotterte er zinsfrei bei uns wieder ab,
wir besorgten ihm einen Gebrauchtwagen, einen goldfarbenen VW-Golf, wenn ich
mich recht erinnere. Dabei liess er uns aber wissen, dass er mit der
Farbe des Autos nicht zufrieden war … Warum liessen wir uns auf solche Sachen ein ? Nun,
man muss wissen, dass wir ständig Angst hatten, ihn als Trainer zu
verlieren. Wir machten uns nichts vor : unsere Sportler kamen nicht
wegen mir oder sonst jemandem – sie kamen wegen "Cheng". Und
ich war (und bin immer noch) der Meinung : er hätte ohne mit der Wimper
zu zucken unseren Verein im Stich gelassen, wenn jemand anderes ihm mehr
Geld und mehr Mitglieder in Aussicht gestellt hätten. Hätte er uns
verlassen, hätte es unweigerlich das Ende des Clubs bedeutet. Ich war
aber fest davon überzeugt, dass ich sein vollstes Vertrauen besass und
er mich respektierte für das, was ich (und andere) für ihn tat(en) –
ein grosser, GANZ grosser Irrtum … Inzwischen
erlebte ich immer wieder Dinge mit dem Koreaner, die in mir Zweifel
weckten. Wie konnte ich einen Mann respektieren, der mich eigentlich nur
ausnutzte ? Einen Mann, der nach dem Training literweise Bier trank und
mir sogar einmal meinen Teppich voll kotzte, als ich ihn bei mir übernachten
liess, da er nicht mehr fähig war, Auto zu fahren. Einen Mann, der sich
weigerte, unseren Schülern ein Kampftraining anzubieten (was ich dann
gemacht habe, obwohl ich keine Ahnung davon hatte), das ihnen ermöglichte,
an Wettbewerben teilzunehmen. Einen Mann, der sich standhaft weigerte,
mit zu Versammlungen zu gehen. Der neue Sportler, die ihm aus welchem
Grund auch immer nicht in den Kram passten, vergraulte, in dem er sie im
Training regelrecht verprügelte. Überhaupt hatte das Training nicht mehr sehr viel mit Kampfsport zu tun. "Tom", der mittlerweile auch aktiv war, unterbrach sogar sein Training öfter mit dem Satz "Das habe ich nicht nötig", wenn sein Sparringpartner es wagte, ihm eine zu semmeln. Ey, wir waren in einem KAMPFsport, Jungchen, und nicht im Kindergarten ! Mittlerweile
war ich Patient bei dem Psychologen Khabipour Fari. Gesundheitlich ging
es bergab. 7. Es bröckelt ... Dann
machte ich
Fehler Nummer 3 : ich unternahm eine Reise mit
"Toms" Familie nach Florida. Es war schrecklich. Die
Vorkommnisse dort gingen so weit, dass ich beschloss, früher
abzureisen. Leider bekam ich keinen freien Flug. Nach 5 Wochen wurde ich
in einen Greyhound-Bus gesetzt, um von Orlando nach Miami zu
kommen, da "Tom" beschlossen hatte, mich NICHT hin zu fahren,
obwohl er es versprochen hatte. Unsere Freundschaft hatte einen
erheblichen Knacks bekommen. Als
ich die Familie eine Woche später am Flughafen in Luxemburg abholte
(ja, ich war blöd genug),
kam "Toms" ältester Sohn gleich um die Ecke gerannt und fiel
mir in die Arme. Ich war zu Tränen gerührt. Später erzählte "Tom" herum, dass ich 5 Wochen auf seine Kosten in Florida gelebt hätte. Ich soll keinen Cent für Essen und dergleichen beigesteuert haben. Die Wahrheit ist : 1) ich habe mehrmals darauf bestanden, auf meine Kosten für uns alle einzukaufen, doch seine Frau war jedesmal dagegen, 2) meinen Flug habe ich selbst bezahlt, 3) ich habe einen Teil der Automiete bezahlt, weil wir ein grösseres Fahrzeug brauchten, da wir ja zu sechst waren, und trotzdem hatte ich gar nichts davon, weil wir praktisch nirgendwo hinfuhren mit der Karre. Zum Essen gingen wir öfter aus, zu Denny´s oder "All you can eat". Assen wir zu Hause, gab es Hot Dogs, die mir irgendwann zum Halse raus hingen. Besuche in Disneyland und Co. musste ich auf eigne Faust unternehmen. Den Urlaub mit Freunden hatte ich mir anders vorgestellt. Den
ältesten Sohn unseres Präsidenten bereitete ich wochenlang auf seine
Dan-Prüfung vor. Auch hier investierte ich viel meiner Freizeit. Der
Junge bestand die Prüfung mit Bravour. Ein lapidares "Danke"
war mein Lohn dafür. "Cheng" liess es sich allerdings
wiederum nicht nehmen, dem Kleinen voller Stolz, vor allen Mitgliedern,
den Schwarzgurt zu überreichen. SEIN Schüler hatte bestanden ...
Inzwischen bestand der Vorstand aus 7 Personen, die ich hier nicht namentlich nennen darf. Auch hier benutze ich Nicknames : "Tom", der Möchtegern-Präsident, meine Wenigkeit, eine junge Dame "Carine", ihr Freund "Dirk", dann "Alfred", und "Marc", und einen Beisitzenden, "Gerard". Die meisten taten wenig ausser meckern und ihren Senf zu Dingen zu geben, von denen sie nichts verstanden. Ich fühlte mich immer unwohler. So
kam es dann auch, dass "Carine" und "Dirk" immer
wieder während meinem Training manches infrage stellten. Ich hatte das Gefühl, dass beiden etwas nicht passte. Das ging so
weit, dass ich die übrigen Mitglieder des Vorstandes zusammenrief, um
darüber zu diskutieren. Meine Vorwürfe seien völlig aus der Luft gegriffen, hiess es. Man warf mir vor, Gespenster zu sehen. Das führte dazu, dass ich wutentbrannt einen Ordner in die Ecke schmiss. Mein Fehler Nummer 4 : diese falsch platzierte Gefühlsregung führte dazu, dass man mir später vorwarf, ich sei unberechenbar, aggressiv und von daher eine Gefahr für unsere Mitglieder, besonders für die Kinder. Zum eigentlichen Eklat kam es dann aber im Jahre 2005, einen Tag vor unserer Vollversammlung. "Tom" und ich stritten uns zum ersten Mal, wenn auch wegen einer Belanglosigkeit. Er deutete an, dass er den Posten des Präsidenten abgeben würde, wenn wir das Essen auf Plastiktellern servieren würden statt auf Porzellan !!! Das muss man sich vorstellen !!! Ich informierte die übrigen Vorstandsmitglieder über seine eigenartige Reaktion und bat sie, mit ihm zu sprechen. Später hat er behauptet, er hätte so etwas nie gesagt, der verdammte Lügner. Da begann ich, mich zu fragen, was für ein Spiel er eigentlich mit mir spielt ... 8. Der Sekretär zieht Konsequenzen Deswegen stellten sich alle auf "Toms" Seite und entschieden, ohne mich zu fragen. Ob Porzellan oder nicht war mir im Endeffekt scheissegal. Meine Meinung war offenbar nicht relevant. Das brachte das Fass zum Überlaufen, denn es war nicht das erste Mal, dass ich übergangen wurde, und deswegen teilte ich dem Vorstand daraufhin mit, dass ich den Posten des Sekretärs mit sofortiger Wirkung abgeben würde. War ich nur der Trottel, der die ganze Drecksarbeit machte ? In meinem eignen Club ? Zum ersten Mal merkte ich, dass ich ausgenutzt und mein Einsatz überhaupt nicht gewürdigt wurde. Das Gefühl, immer mehr ins Abseits gedrängt zu werden, wurde dadurch bestätigt. Während der Vollversammlung teilte ich den Anwesenden meinen Entschluss mit, ohne jedoch den wahren Grund zu nennen. Da ich keine schmutzige Wäsche waschen und den Abend nicht verderben wollte, behauptete ich, ich wolle mich in Zukunft mehr dem Training widmen. Fehler Nummer 5 : ich hätte den Vereinsmitgliedern sofort die Wahrheit sagen sollen, warum ich diese Entscheidung getroffen hatte. Aber wieder dachte ich zuerst an das Wohl des Clubs anstatt an meine Gefühle. Äusserst professionell führte ich als Redner durch den Abend (unser Präsident mit der sonst so grossen Klappe war bisher noch nie dazu imstande gewesen. Es ist halt einfacher, jemandem OHNE Worte in den Rücken zu fallen). Ein neuer Sekretär war indes schnell gefunden : "Dirk" übernahm SOFORT den Job - als hätte er auf seine Chance gewartet (oder war es ohnehin schon beschlossene Sache ???). Ich war zwar als Sekretär zurückgetreten, hatte jedoch nicht offiziell den Vorstand verlassen. Dort wollte ich selbstverständlich noch bleiben, doch da hatte ich die Rechnung ohne die Damen und Herren gemacht. In den kommenden Wochen überschlugen sich die Ereignisse : - ich wurde über gar nichts mehr informiert. Es hiess lapidar : das geht dich nichts mehr an. - selbst als es zu einer Sportlerehrung kam, wurde ich nicht davon informiert - dabei hatte ICH die Mitglieder für die Meisterschaften, für die sie geehrt wurden, vorbereitet - wochenlang ! - manche Sportler wendeten sich mit ihren Fragen immer noch an mich, gab ich die Sorgen von ihnen weiter, hiess es :"Das ist nicht mehr dein Problem" oder "Tja, dann haben sie halt Pech gehabt" (Originalton "Carine") -
auch die Mitglieder erhielten praktisch keine Informationen mehr; man
hatte meine Info-Tafel, die ich angebracht hatte, einfach abmontiert. - wochenlang hatte ich unsere Sportler auf eine Demo vorbereitet - mit grossem Erfolg. Die damit verbundene Schecküberreichung (an dem Erlös für einen guten Zweck waren wir massgeblich beteiligt) fand ohne mein Wissen statt. Man hielt es nicht für nötig, mich einzuladen. - an Versammlungen der TKD-Vereine durfte ich nicht mehr teilnehmen. Die Vertreter unseres Clubs glänzten dabei allerdings durch Unwissenheit, Überheblichkeit, Ahnungslosigkeit, Arroganz (was mir manche Repräsentanten der anderen Vereine schmunzelnd mitteilten) Soll ich die Liste fortsetzen ? Besser nicht, es würde den Rahmen sprengen ... 9. Club ohne "offiziellen" Trainer Man machte sich über mich und unsere Mitglieder lustig ! Mir blieb nichts anderes übrig. Die Folge war, dass ich am 13. Mai 2005 offiziell von meinem Posten als Trainer des TKD Junglinster zurücktrat. Unter diesen Umständen konnte ich nicht weiter machen, ständig mit dem Gefühl, u.a. ein Training anzubieten, das offenbar manchen nicht gut genug und ein Dorn im Auge war. Dass manche im Vorstand nur darauf gehofft hatte, dass ich abtrete, lässt sich daraus erkennen, dass mein Rücktritt ohne Diskussion, und Fragen "dankend" angenommen wurde. Niemand bot mir eine Aussprache an, nichts, rein gar nichts dergleichen. Soll er doch verschwinden. DIESE "Reaktion" des Vorstandes zeigte mir deutlich, um was es in Wahrheit ging : man wollte mich loswerden, auf diplomatische Art und Weise, und ich spielte ihnen diese Möglichkeit sozusagen in die Hände, sie mussten sie sich nicht schmutzig machen. Mein Fehler Nummer 6 !
Dieses Info-Blatt verteilte der Vorstand nach meinem Rücktritt als offizieller Trainer an die Mitglieder - eine Farce ! Als ich dann den Vorstand auch noch während einem Training dabei erwischte, wie sie heimlich über mich diskutierten (mit "Cheng" zusammen in der Umkleidekabine), rastete ich aus. Ich empfand es als Schweinerei, hinter meinem Rücken wurde über meine Zukunft im Verein entschieden. Und wie reagiert man, wenn man in der Ecke sitzt und von 7 Personen attackiert wird ? Man beginnt, sich zu wehren, um sich zu schlagen, auch wenn der Kampf sinnlos erscheint. Nun, es flogen keine Fäuste, ganz klar, doch ich versuchte, mich verbal zu verteidigen und sagte dabei Dinge, die ich besser nicht hätte sagen sollen. Fehler Nummer 7 : Der Satz, der später zum grossen Aufhänger für meinen Rausschmiss wurde war :"Ich habe diesen Verein gegründet, und wenn ihr mich fertig machen wollt, dann werde ich ihn auch wieder zerstören." Da ich dies im Beisein von Zeugen sagte, hatte ich begonnen, mein eignes Grab zu schaufeln. Aber diese Äusserung war absoluter Quatsch. Ich LIEBTE den Verein, LIEBTE die Mitglieder. Das Ende des Clubs war alles andere als das, was ich mir wünschte. Ich wollte endlich wieder in einem Verein sein, der problemlos lief, ohne Intrigen, Neider und der Niedertracht von manchen, die gierig darauf warteten, meinen Platz einzunehmen. Doch es war zu spät. 10. Man schmeisst mich raus ! Mein Rücktritt als Trainer brachte den Verein tatsächlich für kurze Zeit in Bedrängnis, denn : ohne offiziellen Trainer keine offiziellen und anerkannten Gürtelprüfungen. Aber dieser Erkenntnis kam bei den Herrschaften recht spät. Oh, Mist, wir haben etwas übersehen. Aber das Problem wurde trotzdem schnell gelöst : bereits kurz darauf nahm "Carine" meinen Platz als offizieller Trainer ein. Na, was sagt uns das ? So ein Schritt muss doch gut vorbereitet sein, oder ? Und es ging beeindruckend schnell ... Und inmitten dieser Diskussion "Cheng", der sich nicht dazu äusserte. NICHTS, keine einziges Wort kam ihm über die Lippen. Er rätselte wohl : soll ich meine schützende Hand über Romain halten, oder mich besser auf die Seite der Personen schlagen, die mir mein Gehalt bezahlen ? Wie er sich entschied, versteht sich von selbst ... Ich wurde von meinem Trainer, den ich 20 Jahre lang kannte und bis dahin respektiert hatte, im Stich gelassen. Endlich wurden mir die Augen geöffnet : wenn es um Geld und Macht geht, spielt Freundschaft keine Rolle mehr. Noch am gleichen Abend schickte ich ihm den schwarzen Gürtel, den er mir geschenkt hatte, zurück. Wenn ich seinen Respekt nicht haben konnte, dann wollte ich auch keine Geschenke von ihm.
Mein Rausschmiss kam per Einschreiben ... Am 20. Juni 2005 erhielt ich dann, per Einschreiben, einen Brief, in dem ich offiziell aus dem Verein gefeuert wurde. Da ist von einer Mehrheit der Stimmen die Rede, unterschrieben haben aber nur der Sekretär sowie der Präsident, der sich auf den Artikel 5 der Statuten bezog, doch ich bezweifle, dass er überhaupt wusste, was es mit diesem Artikel auf sich hat. Haben die anderen sich nicht getraut, zu unterschreiben ? Bestand "Le Comité" nur aus "Tom" und "Dirk" ? Was für jämmerliche Feiglinge ! Ich muss wohl nicht erwähnen, dass meine Nichte, die ebenfalls im Verein war, daraufhin extrem gemobbt wurde - und zwar so lange, bis sie von sich aus ging. Auch andere Mitglieder, die mir nahe standen, wurden so beschissen behandelt, dass sie freiwillig gingen. 11. Zusammenbruch Ein paar Tage später erlitt ich einen Nervenzusammenbruch, den meine Mutter und mein Bruder miterleben mussten. Ich heulte stundenlang wie ein kleines Kind, woraufhin ein Arzt mir ein Beruhigungsmittel spritzte. Meine Angehörigen sassen da, ahnungslos, machtlos, hilflos. Ich war nicht ansprechbar, und beide wussten nicht, was vorgefallen war. Wer hatte mir das angetan ? Mein Bruder steigerte sich in eine ungeheure Wut, wollte Klarheit. Erst Tage später, als es mir besser ging, erzählte ich ihm, was geschehen war. Daraufhin rastete er aus. Er wollte in den Club gehen und "das Pack zur Rede stellen", doch ich hinderte ihn daran. Ich wollte nicht, dass er etwas Unüberlegtes tut. Doch er liess nicht locker. Er erinnerte sich daran, dass ich irgendwann mal von einem Paragraphen in unserer Statuten geredet hatte, demzufolge eine spezielle Vollversammlung abgehalten werden muss, wenn ein Fünftel der Mitglieder dies verlangen (art. 7). Über diesen Punkt hatte ich den Vorstand bereits während unserem Streit informiert. Das Resultat war, dass man mir zuerst ins Gesicht lachte - denn niemand ausser mir kannte diesen Paragraphen. Ich werde das Gesicht und die Reaktion von "Marc", dem Lehrer für "Economie commerciale" nie vergessen. "Wo sind die Statuten, ich will mir das ansehen." Tja, "Marc", reichlich spät, nicht wahr ? Bei deinen Schülern reicht das mindestens für die Note "Ungenügend". Mein Bruder schrieb an alle Mitglieder einen diesbezüglichen Brief. Das Resultat war : bereits nach kurzer Zeit hatte er die nötigen Stimmen zusammen. "Carine" kontaktierte ihn kurze Zeit später telefonisch und fragte, ob er diese Sache allen Ernstes durchziehen will. Für meinen Bruder kam nichts anderes infrage, woraufhin sie ihm drohte :"Wenn du diese Versammlung provozierst, werden wir den Mitgliedern sagen, dass dein Bruder krank ist !" Die Reaktion meines Bruders werde ich hier nicht wörtlich wiedergeben. Um es milde auszudrücken : er verlor die "Contenance". Als ich von diesem Gespräch erfuhr, winkte ich ab. Ich stand allein gegen 7 Leute, die mich auf Teufel komm raus loswerden wollten. Das würde ich seelisch niemals durchstehen. Daraufhin schrieb ich einen persönlichen Brief an alle Betroffenen, die mir mit ihren Antworten gezeigt hatten, dass ich ihnen nicht egal war. Hier möchte ich allen danken, die sich später bei mir per Mail meldeten (zwei davon siehe hier) und mir mitteilten, dass sie die Anschuldigungen für absoluten Unsinn hielten. Aber ich denke, es war offensichtlich : warum sollte ich gerade den Menschen etwas Böses wollen, für die ich mich immer eingesetzt hatte. Diese Mails taten gut, auf der andere Seite gab es allerdings auch Menschen, die alles glaubten, was ihnen vorgetischt wurde. Jene Leute haben mich später verächtlich geschnitten, wenn ich ihnen z.B. im Supermarkt begegnet bin. Einige reden sogar heute noch nicht mit mir. Leute, ihr habt keine Ahnung, was ihr mir damit angetan habt. Ich konnte euch die Ereignisse nicht mehr aus erster Hand erklären, ich war todkrank, und man hat mir auch keine Chance dazu gegeben. Briefe, die ich an euch geschickt habe, wurden vom Vorstand so interpretiert, dass ich Unruhe stiften wolle. Es wurden Fragen gestellt, und das gefiel den Damen und Herren nun eben gar nicht. Wie dem auch sei, ich war am Ende. Ich gab auf. Unglaublich
: es kam ein letztes Mal zu einem Treffen zwischen mir und dem Vorstand,
während dem mir versichert wurde, dass über eine Rückkehr in den
Verein nochmals beraten werden würde, sobald ich aus der Therapie zurück
kam. Es bestand also noch Hoffnung für mich, zurückzukehren. Das baute
mich etwas auf, doch in dieser Hinsicht war ich äusserst naiv, denn
einige Monate später sollte ich schmerzlich erfahren, dass es sich hier
nur um leere Versprechungen handelte. "Marc" besass allerdings
die Frechheit, die Krankengeschichte meines Vaters zur Sprache zu
bringen. Er behauptete, sie zu kennen (meine Mutter war jahrelang
Putzfrau bei seiner Schwiegermutter gewesen). Dafür hätte ich ihm am
liebsten in die Fresse gehauen. GAR nichts wusste er, und wenn, dann
kannte er nur die Spitze des Eisberges. Aber er war ein Meister seines
Faches, wenn es um dämliche Sprüche ging wie "Jeder ist seines Glückes
Schmied" oder "Das Wohl der Gemeinschaft geht dem des
Einzelnen vor". Arschloch … 12. Therapie Die
nächsten Wochen waren die Hölle. Ich wartete darauf, endlich die
Genehmigung für die Therapie zu bekommen. Ich verschanzte mich in
meiner Wohnung. Einer meiner besten Freunde, Joël Kugener, holte mich
ab, um mit mir einen Spaziergang zu machen. Doch an jenem Tag erlebte er
mich, wie er mich noch nie gesehen hatte: ich heulte die ganze Zeit,
sprach kaum, während wir durch den städtischen Park schlenderten.
Seine Hilflosigkeit war ihm anzusehen, und es tut mir heute noch Leid,
ihn damit belastet zu haben. Dann
erlitt ich zwei Nervenzusammenbrüche kurz hintereinander auf meinem
Arbeitsplatz. Mein Chef beschloss, mich in seinem Büro
unterzubringen, wohl auch, um mich beobachten zu können. Dort sass ich
also, mit einer gemeinsamen Kollegin, und tat nichts Produktives ausser
Weinen, Weinen, Weinen. Auch hier hilflose Gesichter um mich herum. Dann
wurde ich versetzt. Neue Gesichter, neue Aufgaben. Nun lag ich den neuen
Kollegen auf der Tasche. Diese reagierten verstört auf mein Verhalten :
Heulen, Schweigen, Resignation. Doch ich hatte (und habe immer noch die
gleichen) Arbeitskollegen, die sich mit mir beschäftigten und mich auf
anderen Gedanken brachten. Vielen Dank dafür – John, Marion und
vielen anderen. Anti-Depressiva
: Temesta, Seroxat, Xanax … Dann
die lang ersehnte Nachricht : mit einem Brief teilte mir die Dr.
v. Ehrenwall´sche Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit, dass man mich für
meine Therapie am 7. November 2005 erwarten würde. Die
kommenden Wochen erwiesen sich als äusserst schwierig. Ich hatte
inzwischen eine emotionale Mauer um mich herum gebaut, war kaum
ansprechbar, mein Vertrauen zu gewinnen war praktisch unmöglich. Daher
war es für meine Ärzte (Dr. Smolenski, Dr. Poersch, Dr. Hartwig) sehr
schwer, zu mir durchzudringen. Die ersten Therapie-Versuche schlugen
fehl : Jakobson-Training, Sport (ich sollte mit Gymnastikbällen
herumturnen und fühlte mich restlos unterfordert), Schwimmen (ich
weigerte mich, hinzugehen). Dann starb auch noch meine Tante. Mein
Weihnachtsfest verbrachte ich ebenfalls in der Klinik, und obwohl das
Personal ein Essen organisierte, an dem alle Patienten und Ärzte
teilnahmen, verschanzte ich mich in meinem Zimmer und heulte. Dieses
Weihnachten werde ich niemals vergessen, es waren die schlimmsten Tage,
die ich je erlebt habe. Da ich mich weigerte, an den Festlichkeiten
teilzunehmen, stand ich unter Beobachtung. Jede freie Minute zeigte sich
ein Arztgesicht in der Tür und fragte, ob alles okay wäre. Nein,
NICHTS war okay. Es
folgte Ergotherapie, verschiedene Gruppentherapien. Erst als ich man
mich in eine Therapie mit dem eigentümlichen Namen
"Psychodrama" schickte, zeigten sich die ersten Erfolge. Die
Stunden, die ich dort unter der Leitung von Frau Dr. Mies verbrachte, öffneten
mir die Augen. Somit
hatte ich neuen Mut geschöpft und beging auch schon den nächsten
Fehler, Fehler Nr.
8 :
ich meldete mich beim Vorstand und "Cheng", um ihnen über
meine Fortschritte zu berichten – alles im Glauben, dass es überhaupt
jemanden interessierte. Immerhin hatte man mir ja eine eventuelle Rückkehr
in den Verein in Aussicht gestellt. Auf
deren Reaktion musste ich nicht lange warten. Kein Wunder, waren die
Entscheidungen doch schon längst getroffen worden. Am 26. Januar 2006
teilte man mir per Mail mit (Kopie hier), dass ich nicht zurückkehren darf.
Geschickt wurde mir die nette Nachricht von "Tom", im cc:
standen "Carine", "Dirk", "Alfred",
Marc". ("Gerard" kam komischerweise nicht darin vor).
Unterschrieben war er aber mit : der Vorstand … Die
Folgen kann man sich in etwa ausrechnen. Ich klappte zusammen, alle
bisherigen Therapie-Erfolge hatte man zunichte gemacht. Da ich alle
Mails geschickt und erhalten hatte, ohne sie davon zu unterrichten,
waren meine behandelnden Ärzte alles andere als froh darüber. Wir mussten
von vorne anfangen. Doch
der Mut hatte mich inzwischen verlassen. Ich sah keinen Grund mehr,
gesund zu werden. Mir wurde klar, dass ich endgültig alles verloren
hatte, wofür ich jahrelang gearbeitet und gekämpft hatte : den Verein,
die Menschen, die ich in mein Herz geschlossen, die Kinder, die ich
regelrecht geliebt hatte – alles mit einem Schlag endgültig weg. Anfang
Februar begann ich, Abschiedsbriefe an meine engsten Freunde zu
verschicken. Ich hatte nicht vor, die Klinik lebend zu verlassen. Doch
wieder machte mir meine Naivität einen Strich durch die Rechnung, denn
schon bald darauf alarmierten meine Freunde die Ärzte. Gott sei Dank. Ab
diesem Zeitpunkt stand ich unter ständiger Beobachtung. Aber ich werde
die erste Reaktion eines Arztes nie vergessen :"Herr Halsdorf,
fahren Sie nach Hause und schicken Sie die Herren, die Ihnen diese
widerwärtige und unverantwortliche Mail geschickt haben, zu uns. DIE
haben eine Therapie nötig …" Ich
bat um meine Entlassung, sie wurde mir verweigert. Die nächsten Wochen
gipfelten in erfolglosen Versuchen, mich wieder auf die Beine zu
stellen. Am 23. Februar 2006 habe ich die Klinik verlassen, über diese
Entscheidung waren meine Ärzte alles andere als glücklich. Durch die
Anti-Depressiva hatte ich 30 kg an Gewicht zugelegt. Doch ich wollte
auch die Geduld meines Arbeitgebers nicht strapazieren. Mit der Adresse
eines neuen Psychiaters in der Tasche fuhr ich nach Hause. Doch nach
einigen Besuchen bei ihm ging ich nicht mehr hin. Neue Medikamente :
Efexor Exel, Lambipol, Imovane. Auf
Drängen eines guten Freundes hin führte ich meine Therapie fort,
diesmal bei Frau Stroppel, einer Therapeutin in Wasserbillig. Eine
wunderbare Frau ! Ohne sie hätte ich die kommenden Wochen, Monate,
Jahre nicht überstanden. 13. Ein neuer Anfang ? Und
dann erreichte mich eine Nachricht, die mich total überraschte :
Edouard Bousson, der Präsident des TKD-Vereines in Beckerich, bat mich,
technischer Trainer in seinem Club zu werden. Ich dachte, ich hör nicht
richtig ! Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ich gerade aus einer
Therapie zurück kam, doch er unterbrach mich sofort : er wusste davon,
doch wollte MICH, der Rest interessierte ihn nicht. Ich war völlig baff
: gab es da draussen, in der Taekwondo-Landschaft, tatsächlich noch
jemanden, der sich für mich interessierte. Offensichtlich … Beckerich
lag nicht unbedingt um die Ecke, doch die Möglichkeit, sogar als
Trainer zu dieser Sportart zurück kehren zu können, reizte mich enorm.
Einen Versuch war es wert, daher nahm ich die Einladung an. Ich
will es kurz machen : das Training verlief hervorragend. Bei den Kindern
hatte ich sofort einen Stein im Brett, auch die Erwachsenen
begrüssten mich wohlwollend in ihrer Mitte. Zufrieden schrieb Edouard
meinen Clubeintritt am 1. März 2006 in meine Lizenz. Klar,
dass dieses, für mich persönlich wichtige, positive Ereignis in meinem
Leben von meinen Ex-Kollegen in Junglinster nicht unbeobachtet blieb.
Kurz nach meinem Antritt im Club hielt es bereits jemand für absolut
notwendig, ein Vorstandsmitglied des Beckericher Vereines darauf
aufmerksam machen und warnen zu müssen, dass ich gerade aus einer
Psychatrie kam. Der gut gemeinte Rat (oder soll ich sagen, der Schlag)
erreichte jedoch nicht das Ziel, das man sich wohl erhofft hatte –
denn Beckerich wusste ja schon längst Bescheid und zeigte sich
unbeeindruckt.
St. Nikolaus zu Besuch im Taekwondo Beckerich Doch
die Rivalen gaben nicht auf. Es kam ganz dicke … Fehler
Nummer 9 :
ich hatte auf meiner privaten Homepage einen Link versteckt - mea culpa. Wenn man
ihn anklickte, kam man auf eine Seite, die sich "Gang of Crooks"
nannte und auf der ich Fotos und Namen der Personen publizierte, die
mich fast in den Suizid getrieben hatten. Sicher, das hätte ich nicht
tun dürfen, doch in meiner Euphorie hatte ich die Seite inzwischen auch
längst vergessen. So
kam es, dass ich von meinem Provider gebeten wurde, diese Seite zu
entfernen, da ich sonst mit einer Anzeige seitens der Betroffenen zu
rechnen hätte. Ups ! Das tat ich dann auch. Ich löschte die Seite,
Thema gegessen. Denkste
: Eines Tages erhielt ich einen Brief der Polizei und wurde gebeten, auf
der Wache zu erscheinen. Natürlich dachte ich, es ginge immer
noch um die besagte Homepage. Doch was mich dann dort erwartete, toppte
alles, was ich bisher an Fiesheit erlebt hatte. "Tom" hatte
die Polizei eingeschaltet, da er einen Umschlag erhalten hatte, in dem
sich Rattengift (!!!!) befand. Ausserdem beschuldigte er mich, seinen
Kindern ständig auf ihr Handy anzurufen. Und er legte Dateien vor, die er
2002 von meinem Laptop kopiert hatte, in der Hoffnung, sie ebenfalls
gegen mich einsetzen zu können. Ich könnte hier ins Detail gehen, doch
es ist einfach zu widerlich. Ich will es dabei belassen. Ja,
so ein netter Kerl ist "Tom". Nun : ich wurde anderhalb
Stunden von der Polizei in die Mangel genommen, und es passierte –
nichts ! Es kam nicht mal zu einem Protokoll, das ich unterschreiben
musste !!! Ich muss ja wohl nicht erklären, dass ich nichts mit diesem
Rattengift zu tun hatte. Auch habe ich nie bei seinen Kindern angerufen.
Ich hatte a) keine Telefonnummern und wollte b) ohnehin mittlerweile
keinen Kontakt mehr. Was
schliesse ich daraus ? Mein erster Gedanke ist : falls "Tom"
sich den Brief nicht selbst zugeschickt hat (was ich ihm durchaus
zutraue), könnte es auch sein, dass diese Post von jemand ganz anderem
an ihn gesendet wurde – was mich nicht wundern würde, denn Typen
seines Kalibers haben sicherlich mehr Feinde als ich an einer Hand abzählen
kann. Man
kann sich vorstellen, wie mir zumute war. Ich erzählte meiner
Therapeutin davon, die mir dringend dazu riet, einen Rechtsbeistand
einzuschalten. Also setzte ich einen Anwalt auf den Fall an
(ich bin rechtsschutzversichert). "Tom" hatte sich mehrerer
Vergehen schuldig gemacht : Rufmord, Verleumdung, illegales Kopieren von
privaten Dateien. Zwar strampelte er noch kurz, dann herrschte Stille.
Seit April 2006 habe ich von ihm nichts mehr gehört – zumindest nicht
direkt. In
meinem neuen Verein lief es hervorragend. Hatte ich anfangs noch das
Training mit einem Co-Trainer geteilt (ich die Technik, er den Kampf),
wurde letzterer bald vor die Tür gesetzt, und ich übernahm als
alleiniger, offizieller Trainer den Club. Etwas später wurde ich auch
Mitglied des Vorstandes und übernahm den Posten des Sekretärs. Eigentlich
hätte hier die Geschichte mit einem Happy End enden können, wenn –
tja, WENN nicht wieder (unter anderen) der TKD Junglinster dazwischen
gefunkt hätte. Am 11. Januar 2007 gründeten die Vereine Junglinster, Esch, Vichten die sogenannte LTA (Luxembourg Taekwondo Association), verliessen die FLAM und begannen nun, die ganze TKD-Szene auf den Kopf zu stellen. Was "Cheng" und Co. schon seit Entstehung des Vereines in Junglinster geplant hatten, setzten sie nun in die Tat um. Die Statuten dieses neuen Pseudo-Verbandes mit unterschrieben hatte der liebe, alte, werte "Tom", dieses Mal als Schatzmeister. Hat er wenigstens dieses Mal gewusst, was in den Statuten steht ? Der Typ muss wirklich ein unglaubliches Ego haben. Auch die Karriere-geilen "Carine", "Alfred" und "Marc" mischten ganz vorne mit und präsentierten sich stolz auf Fotos der LTA. Am
12. Juli 2008 überreichte mir Edouard im Namen seines Vereines ein
Dankeschön in Form eines Diploms (Attestation de Reconnaissance), das
ich gerührt entgegen nahm. Es war einer der schönsten Momente, die ich
erleben durfte.
Die
Unruhen in der TKD-Szene nahmen zu. Auf sie möchte ich hier im Detail
nicht eingehen. Tatsache aber ist, dass sie meine Arbeit (und die von
manch anderen) als verantwortlicher Trainer erheblich
erschwerten. In Luxemburg durften die Vereine der LTA an Meisterschaften
nicht teilnehmen, woraufhin sie im Ausland sehr aktiv wurden. Leider
gingen auch die offiziell lizenzierten Clubs der FLAM zu diesen
Veranstaltungen, was dazu führte, dass wir manchmal gegen
Kämpfern eines
Verbandes antreten sollten, die dort eigentlich
nichts zu suchen hatten. Wer
schadete nun seinem eignen Verein ? Wer ignorierte hier die Wünsche
seiner Mitglieder ? Ein ganz einfaches Beispiel : ein Jugendlicher
namens "Jim" (ich weiss nicht, ob es ihm recht wäre, wenn ich
seinen richtigen Namen hier erwähnen würde) hatte den Sprung in die
Nationalmannschaft fast geschafft. Er wäre ein hervorragender Kämpfer
und guter Vertreter des TKD Junglinster geworden. Doch als man die FLAM
verliess, platzten die Träume des Jungen wie Seifenblasen. Man hatte
ihm dadurch alles zerstört. Ich
wehrte und beschwerte mich über die Situation, und ich war nicht der
Einzige. Doch unternommen wurde nichts. Und siehe da : plötzlich
passierten wieder seltsame Dinge. Tote Mäuse in meinem Briefkasten, der
Schriftzug "Drecksack" im Schmutzfilm meines Autos (ich kenne
nur EINE Person, die mich je als Drecksack – auf Deutsch –
bezeichnet hat), seltsame Anrufe (davon einer von zwei Mädchen, eines
davon klang verdächtig nach der Tochter von "Alfred"). Ging
die ganze Scheisse wieder von vorne los ? Warum liess man mich nicht zur
Ruhe kommen ? 14. Schlusstrich Auf
diesen ganzen Mist hatte ich keine Lust mehr. Da ich privat (anonym)
wieder belästigt wurde, beschloss ich, hinzuschmeissen. Der Vorstand
des TKD Beckerich war bestürzt und alles andere als glücklich über
meinen Entschluss. Allerdings informierte ich sie bereits ein Jahr vor
meinem geplanten Ausscheiden, ich wollte sie nicht von heute auf morgen
ohne Trainer im Regen stehen lassen. Die Details für meine Gründe,
aufzugeben, wollte ich ihnen ersparen. Sie waren teilweise so
unglaublich, dass man mir nicht geglaubt hätte. Am 11. Juli 2009 hielt
ich die letzte Prüfung – und das letzte Training – für diesen
kleinen, doch wundervollen Verein. Manche Kinder haben geweint, und auch
ich kämpfte mit den Tränen. Ich erzählte ihnen, dass ich krank sei.
Die wirklichen Gründe hätten sie ohnehin nicht verstanden. Meine Gesundheit wollte ich nicht noch
einmal auf's Spiel setzen. Inzwischen ging es mir einigermassen gut. Hier
endet meine Karriere als Taekwondoka. Die Zwistigkeiten in der Szene
gehen weiter, doch sie beeindrucken mich nicht mehr. Zwar interessiert
es mich, wie sich die Lage entwickelt, aber da ich nicht mehr direkt
betroffen bin, ist es mir eigentlich egal, was passiert. Ich freue mich
aber über jeden Sieg, den die FLAM im Kampf gegen die LTA für sich
entscheiden kann. Meine hier beschriebenen Erlebnisse werden durch die
Skupellosigkeit, mit der meine Ex-Kollegen aus Junglinster dabei
vorgehen, eigentlich nur bestätigt. Wenn JETZT immer noch jemand
glaubt, dass ICH derjenige war, der allen schaden wollte, dann müssen
die Blinden halt blind bleiben. 15. Last News Anfang 2012 liess sich "Carine" zur Präsidentin der LTA wählen. Ich habe mich halbtod gelacht, als ich davon erfuhr. Mein erster Gedanke : jetzt machen die es nicht mehr lange. Man sollte den Wolf nicht unter den Schafen schlafen lassen. Im neuen Vorstand sind Mitglieder des TKD Junglinster tätig, die immer noch nichts begriffen haben - Ratten auf dem sinkenden Schiff. Mehrere Vereine haben die LTA inzwischen verlassen und sind reumütig zur FLAM zurück gekehrt ... ****************************** Im
Nachhinein möchte ich allen danken, die in all den Jahren zu mir
gehalten haben. Es war eine schöne Zeit – wenn man die Jahre 2000 bis
2005 streichen könnte, würde ich es tun. Ich danke nochmals Norbert
Welu, André Degros, Roland Lenert, Edouard Bousson, Ernst Moutschen,
all meinen Schülern, die noch zu mir stehen. Danke an die vielen
wundervollen Kinder, die ich als Trainer betreuen durfte : Yanis, Yana,
Yacha, Christine, Jenny, Hendrik, Gregory, Julie, Max, Nathalie, Kevin,
Andy, Sammy, Dwain – ach, ich kann sie nicht alle aufzählen. Danke an deren Eltern,
an alle FLAM-Verantwortlichen, alle Trainer der anderen Vereine, die
diesem Verband treu geblieben sind und hoffentlich auch bleiben werden.
Es war eine schöne Zeit mit euch. Ob
ich je zurück komme ? Nun, wenn man mir irgendwann einen Trainerposten
anbietet, die TKD-Szene sich wieder beruhigt hat und die verschwunden
sind, die mich dermassen verletzt haben - warum nicht. Ich will es mal so formulieren : sag niemals
nie …
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